Schulversuch in Gresten: Eine Woche ohne Handy. Ihre Outdoor-Woche verbrachten die zweiten Klassen der NMS Gresten handylos – für die Schüler kein Problem.

Von Anna Faltner. Erstellt am 25. Juni 2019 (04:21)
Anna Faltner
Eine Woche ohne Handy? Kein Problem für Leonie Hess, Anna-Lena Schober, Irene Pöchacker, Sophie Heigl und Manuel Adelsberger (von links).

„Eine Katastrophe, ganz, ganz schrecklich.“ So haben die Schüler der zweiten Klassen der NMS Gresten reagiert, als ihnen Eltern und Lehrer im Oktober von einem Experiment erzählt haben. Und zwar: In der Outdoor-Woche wird komplett auf das Handy verzichtet. „Wir waren selbst überrascht, dass unsere Idee von den Eltern einstimmig angenommen wurde“, erzählen die Klassenvorstände Daniela Faschingleitner und Verena Schachner. Für Notfälle hatten beide ihre Mobiltelefone dabei.

Viel Überzeugungsarbeit für das Experiment war nicht nötig. „Die Eltern haben das sehr gut mitgetragen. Und für die Schüler war es vielleicht sogar einmal angenehm, ohne Whatsapp und Co“, steht Klassenelternvertreterin Monika Stockner hinter dem Projekt.

„Manchmal braucht man ein bisschen Abstand“

Nach der Woche hat sich aber auch die Einstellung der Schüler verändert. „Es war schön, einmal vom Handy weg zu sein. Mir hat nichts gefehlt, obwohl ich es sonst jeden Tag bei mir habe“, berichtet Leonie Hess. Ähnlich erging es ihrer Schulkollegin Anna-Lena Schober: „Manchmal braucht man ein bisschen Abstand. Ich bin auch so öfter ohne Handy unterwegs.“

Interessant: Die Schüler hatten so mehr Zeit für andere Dinge. „Wir haben unser Zimmer zusammengeräumt und sehr lange darüber gesprochen, was wir anziehen. Das machen wir sonst nicht“, lacht Sophie Heigl. Ohne Handy verlässt sie das Haus für gewöhnlich nicht, auf der Outdoor-Woche war das aber kein Problem.

Eine alternative Beschäftigung suchte sich auch Manuel Adelsberger: „Ich glaube, ich habe fünfmal am Tag Zähne geputzt. Mein Handy ist mir aber weniger abgegangen, als ich gedacht habe. Es war ein interessantes Experiment.“ Freiwillig darauf verzichten möchte er aber nicht. „Eine Kollegin hatte zum Glück einen Wecker mit, sonst wären wir morgens nicht aufgestanden“, ergänzt Irene Pöchacker.

Falls die Kinder das Bedürfnis hatten, durften sie vom Festnetz des Gasthauses aus zweimal zuhause anrufen. Genutzt haben sie das nur zum Teil. In der Schule haben sie übrigens ihre Mobiltelefone (meistens) dabei, allerdings ausgeschalten.

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