4.000 Schokoriegel waren innerhalb von 4 Stunden weg. Es war eine kreative Idee der beiden Sensorikerinnen Kathrin Heim und Roswitha Enzelberger , die besser eingeschlagen hat, als jemals erträumt. Da aktuell im Sensorik-Labor der Fachhochschule Wiener Neustadt am Campus Wieselburg keine Forschungen möglich sind, haben sie diese kurzerhand nach draußen verlagert. Innerhalb von vier Stunden waren die 4.000 Schokoriegel weg - sprich 400 Probanden fanden sich direkt bei der Drive-Instation beim neuen FH-Campusgebäude ein. Dabei war die Aktion eigentlich für zwei Tage angesetzt. Doch schon Freitagmittag hieß es: "Aus, wir haben leider nichts mehr."

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. Oktober 2020 (17:22)
Roswitha Enzelberger (Mitte) und Kathrin Heim (rechts) verteilten die Testsäckchen mit den zehn Schokoriegeln und dem Bewertungsbogen beim Schoko-Drive-In an die Autofahrer.
Christian Eplinger

Freitagvormittag: Vor dem neuen FH-Campus-Gebäude wurde die Anlieferungszufahrt direkt neben der Erlauftalbundesstraße Richtung Ybbs für die Drive-In-Station genutzt. Die Autofahrer bekamen von Katharina Heim und Roswitha Enzelberger ein Säckchen mit zehn Schokoriegel und einem Bewertungsblatt ausgehändigt und wurden so zum „professionellen Schokotester“ – sofern sie die Bewertung innerhalb der nächsten sieben Tage zu Hause vornehmen.

 „Am Bewertungsblatt findet sich ein QR-Code, mit dem man sich in die Studie einloggt. Dann sollte man sich schon rund 30 Minuten ungestört Zeit nehmen und die zehn Schokoriegel nach Image, Aussehen und Geschmack bewerten. Wie es ansonsten halt auch im Labor ablaufen würde“, schildert Kathrin Heim und hofft natürlich auf eine hohe Rücklaufquote. „Die glauben wir schon zu erreichen, denn es haben sich irrsinnig viele Leute über die Aktion gefreut und waren voll motiviert. Manche sind sogar extra auf der Durchfahrt von der Autobahn abgefahren, um mitzumachen“, freut sich Roswitha Enzelberger. 

Anzahl der Schokoriegel noch schnell verdoppelt

Aufgrund der Medienberichte im Vorfeld hatte man schon mit einem Ansturm gerechnet und die Anzahl der Proben vorsorglich von 200 auf 400 aufgestockt. „Wir haben in den letzten Tagen in Wieselburg alle Schokoriegel aufgekauft“, lächelt Kathrin Heim. Und trotzdem war man nach vier Stunden „ausverkauft“. „Bürgermeister Josef Leitner hat um 7.30 Uhr als erster Propand den Drive-In standesgemäß eröffnet. Vor 12 Uhr haben wir unser letztes Säckchen verteilt. Danach konnten wir nur mehr mit verschiedenen Produktproben als Goodies Danke sagen für das Interesse“, erzählt Enzelberger.

Alexander Höftberger und Rebert Fina (rechts) sorgten für die Auslieferung per Rad.
Christian Eplinger

Für Wieselburger in Quarantäne gab es ein besonderes Service. Die konnten sich im Vorfeld melden. Studienassistent Alexander Höftberger fuhr dann mit dem Lastenrad des FH Campus aus und brachte die Probe-Säckchen bis zur Haustür. „Wir wollten neben dem Forschungsprojekt selbst auch eine Aktion für das Wohlbefinden der Wieselburger gestalten und so die Barrieren abzubauen. Wir forschen nicht nur für uns oder die Schublade. Wir forschen für die Bevölkerung. Das soll diese Aktion auch zum Ausdruck bringen“, betont Roswitha Enzelberger.