Politik nicht zuständig für Personalentscheidungen. Landeshauptfrau stellt klar: Mischen uns in operatives Geschäft nicht ein.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 09. März 2019 (05:50)
FH Wiener Neustadt
Andrea Grimm und Astin Malschinger

Am vergangenen Donnerstag hatten Astin Malschinger und Andrea Grimm ihren letzten offiziellen Tag als Mitarbeiterinnen der Fachhochschule Wiener Neustadt. Mit 28. Februar sind ihre Verträge einvernehmlich aufgelöst. „Es war schon nochmals ein sehr komisches, trauriges und eigentlich deprimierendes Gefühl, als ich am Donnerstag den Campus verlassen habe“, schildert Astin Malschinger gegenüber der NÖN. Bereits am Tag davor hatte sie in Wiener Neustadt ihren Abschlussbesuch gemacht.

Die im Rahmen der Informationsveranstaltung in Wieselburg von Neo-Studiengangsleiter Ernst Ternon angeregte Mediation hat noch nicht stattgefunden, vor allem auch weil Klaus Schneeberger, Aufsichtsratsvorsitzender der Fachhochschule Wiener Neustadt und Bürgermeister des Mehrheitseigentümers, der Stadt Wiener Neustadt (70 Prozent), bis 6. März auf Urlaub weilt.

Inzwischen haben auch der Grüne Bildungssprecher Landtagsabgeordneter Georg Ecker und NEOS-Landesparteichefin Indra Collini das Thema aufgegriffen und offizielle Anfragen im Landtag gestellt. „Landeshauptfrau Mikl-Leitner ist gefordert, hier rasch die Angelegenheit aufzuklären und ihre Unterstützung für die Studenten des Campus Wieselburg zuzusagen“, betont Ecker. Und auch Collini kritisiert, dass die Landespolitik die Betroffenen auf weiter Flur alleine lasse.

Im Büro von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner weist man die Kritik entschieden zurück: „Das Land Niederösterreich ist mit 26 Prozent Minderheitseigentümer der FH Wr. Neustadt und vertritt bei all seinen Beteiligungen den Ansatz, sich auf die eigentümerspezifischen Entscheidungen zu beschränken und nicht in den operativen Betrieb der Fachhochschulen einzugreifen“, erklärt Martina Höllbacher, Leiter der Landesabteilung Wissenschaft und Forschung auf NÖN-Anfrage. Demgemäß seien Personalagenden im Studienbetrieb der Fachhochschulen ganz klar bei den jeweiligen Geschäftsführungen verankert.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigt vollstes Vertrauen in die Kompetenz der Geschäftsführung der FHWN, die Studiengangsleitungen in Wieselburg auch zukünftig qualitätsvoll zu besetzen. „Parteipolitik hat dabei nichts verloren. Die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung ist unantastbar“, stellt Mikl-Leitner klar.

Ähnlich sieht das auch Wieselburgs SP-Bürgermeister Günther Leichtfried. „Die Politik hat sich in die universitäre Ausbildung nicht einzumischen. Natürlich haben wir als Financier der FH-Infrastruktur in Wieselburg großes Interesse, dass der Betrieb auch künftig gut weiterläuft. Für das Wie ist aber die FH-Geschäftsführung verantwortlich“, betont Leichtfried.