FPÖ-Gemeinderat stolpert über Maibaum-Foto

Erstellt am 13. Mai 2022 | 20:13
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Seit 30 Jahren ist der Wanger FPÖ-Gemeinderat und Bezirksbauernkammerrat Herbert Höllmüller politische für die FPÖ tätig. Jetzt "stolpert" er über ein Maibaum-Foto mit Hakenkreuz, das er per WhatsApp weitergeschickt hat. Der Scheibbser FPÖ-Bezirksobmann Reinhard Teufel hat ihm den Rücktritt nahe gelegt.

Ein Foto des Scheibbser Maibaums aus dem Jahre 1938 - mit dem deutlich sichtbaren Hakenkreuz. Dieses Foto, gepostet am 1. Mai in der offenen Scheibbser Facebook-Gruppe "Alt-Scheibbs" (dort übrigens aktuell 107 Mal geliked), wird dem langjährigen Wanger FPÖ-Gemeinderat Herbert Höllmüller nun zum Verhängnis. Der 56-Jährige hat dieses Foto per WhatsApp bekommen und an einige FPÖ-Mitglieder kommentarlos weitergeleitet. 

"Ich habe nicht genau geschaut, mir nicht viel dabei gedacht und es einfach weitergeschickt. Erst später habe ich das Hakenkreuz gesehen", schildert Höllmüller im NÖN-Telefonat und wundert sich sehr über die Folgen, die dieses WhatsApp ausgelöst hat. 

Denn in diesen Tagen erhielt er einen Anruf von FPÖ-Bezirksparteiobmann Reinhard Teufel. Der Landtagsabgeordnete aus Gaming legte Höllmüller den Parteiaustritt nahe. "Ich will ihn nicht ausschließen müssen, daher habe ich ihm den Rücktritt nahe gelegt. Ich dulde kein solches Gedankengut in unserer Partei. Das hat hier nichts zu suchen. Da lasse ich auch keine Ausreden gelten. Auch nicht, wenn sich Herbert Höllmüller in den letzten Jahren sehr verdient gemacht hat um die FPÖ im Bezirk", sagt Reinhard Teufel im NÖN-Gespräch.

Seit 2010 in der Politik tätig, künftig als freier Mandatar

Höllmüller, seit 2020 wieder FPÖ-Gemeinderat in  Wang (er war dies bereits von 2010 bis 2015) und seit 2010 auch Kammerrat für die Freiheitliche Bauernschaft in der Bezirksbauernkammer Scheibbs (von 2015 bis 2020 sogar Landeskammerrat), kann diesen Schritt nicht nachvollziehen. "Verständnis habe ich keines dafür. Aber wenn man mich los werden will, dann sollen sie das machen. Nur müssen sie mir das schon persönlich ins Gesicht sagen, nicht über das Telefon. Ich bin 30 Jahre für die Partei gelaufen und werde meine beiden Mandate auch weiterhin ausüben - künftig eben als freier Mandatar", sagt Höllmüller, dessen Austritt laut seinen Aussagen auch den Austritt seiner ganzen Familie (Frau, Tochter und Schwiegersohn) zur Folge hätte.

Teufel will hier aber trotz allem konsequent bleiben. "Ich will da nichts einreißen lassen, selbst wenn es uns als Partei kurzfristig schadet. Ich würde mir nur wünschen, dass er auch auf seine Mandate verzichtet. Denn gewählt wurde die FPÖ nicht die Liste Höllmüller", sagt der FPÖ-Bezirksparteiobmann. Dem wiederum widerspricht Höllmüller: "Ich weiß, dass mich sowohl in der Gemeinde als auch in der Kammer sehr viele wegen meiner Person gewählt haben. Denn ich bin kein Hardliner, sondern suche durchaus die Zusammenarbeit auch mit den anderen Fraktionen", sagt Höllmüller.

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