Gaming

Erstellt am 17. Juni 2018, 05:00

von Jutta Streimelweger

Chopin-Festival: Musik der Zeitwende im Fokus. Von 10. bis 12. August wartet das 34. Festival mit einem musikalischen Dialog mit Polen auf. Geboten werden Werke bis 1918 im Ambiente der Kartause Gaming.

Bei der Programmpräsentation: Vizepräsident der Internationalen Chopin-Gesellschaft Johann Günther, ORF-Direktor Michael Battisti, die Violinistinnen Chanelle Bednarczyk und Sanghee Cheong, der Präsident der Internationalen Chopin-Gesellschaft Theodor Kanitzer, die polnische Botschafterin Jolanta Róža Kozlowska, VP-Landtagspräsident Karl Wilfing, SP-Nationalratsabgeordnete und Gamings Bürgermeisterin Renate Gruber sowie der Vizepräsident der polnischen Partnerstadt Zabrze Jan Pawluch (von links).  |  NOEN, Alois Spandl

Mit Musik startete und endete die Präsentation des Programms für das 34. Chopin Festival in der Kartause Gaming im ORF Landesstudio. Der Titel in diesem Jahr, „Musik der Zeitwende und 100 Jahre Zweite Republik Polen“, spiegelt sich in einem vielfältigen Programm wider. Zeitlich reihen sich die Werke in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg ein – wobei eben der Zusammenbruch der Monarchie Österreich-Ungarn und das Entstehen neuer Staaten, wie etwa Polen und Österreich, eine gesellschaftliche Veränderung brachte.

Fryderyk Franciszek Chopin war gebürtiger Pole, besaß die französische Staatsbürgerschaft und weilte lange in Paris sowie Wien. Den Bogen von Polen nach Österreich spannt also der Ausnahmekünstler und Namensgeber des Festivals selbst – zur Freude der polnischen Botschafterin Jolanta Róża Kozłowska: „Das Chopin-Festival ist ein europäisches Ereignis. Chopin ist unser Nationalstolz und war ein Bürger der Welt. Musik ist universell und berührt die Menschen überall. Es freut mich, dass es in diesem Jahr eine Verbindung von Polen in die Kartause gibt.“

Zahlreiche polnische Künstler

Musikalisch begeistert nämlich das Symphonische Orchester der Philharmonie Zabrze beim Eröffnungskonzert und auch sonst stehen zahlreiche polnische Künstler auf der Bühne. Auf ihrem Besuch in Gaming freut sich Róża Kozłowska schon: „Obwohl es so eine kleine Gemeinde ist, engagieren sich so viele Menschen. Ich gratuliere zu dieser schönen Tradition.“ Über dieses Kompliment musste SP-Bürgermeisterin Renate Gruber etwas schmunzeln:

„Gaming ist gar nicht so klein. Es ist in Niederösterreich flächenmäßig die zweitgrößte Gemeinde. Leider haben wir wenige Einwohner.“ Für Gruber bedeutet das Chopin-Festival in der Kartause viel: „Bei einer Umfrage in der Gemeinde kam heraus, dass das Chopin-Festival bei unseren Bürgern an erster Stelle steht.“

„Bei einer Umfrage in der Gemeinde kam heraus, dass das Chopin-Festival bei unseren Bürgern an erster Stelle steht.“Renate Gruber, SP-Bürgermeisterin

Eine Bereicherung für Niederösterreich nennt der Landtagspräsident Karl Wilfing das Musikfestival in der Kartause: „Es ist schön, dass hier auch Talenten der Gegenwart die Möglichkeit zum Auftritt gegeben wird.“ Auf der Bühne stehen heuer nämlich am dritten Festivaltag Preisträger von „Prima la Musica“ und auch eine Uraufführung von Peter Kotauczek und Kurt Schmid zur Jordankurve steht am zweiten Tag am Programm. Der Präsident der Internationalen Chopin-Gesellschaft Theodor Kanitzer rührt die Werbetrommel: „Kommen Sie nach Gaming und genießen Sie dieses Festival mit seinen hervorragenden künstlerischen Darbietungen in der einmaligen Atmosphäre der prachtvollen Kartause im wunderschönen Ötscherland.“

Übrigens: Für 2019 gibt es bereits Pläne. So soll dieses Mal das St. Petersburg Orchester in die Kartause nach Gaming kommen.