Zukunft auch für sehr ländlichen Raum. 17 Künetten-Kilometer entfernt von der Hauptleitung, auf 838 Metern Seehöhe, erfreut man sich am „Voglsberg“ modernster Breitbandtechnologie.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 22. Oktober 2019 (03:24)
Christian Eplinger
Gemeinsam für den Breitbandausbau in Randegg, von links: Lukas Zeitlhofer, Raimund und Isabella Schuster, BBRG-Geschäftsführer Matthias Repper, Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger, Peter Riegler, Manfred Hirtl, Reinhard Halbartschlager, Abgeordneter Anton Erber und Vize Josef Tatzreither.

„Voglsberg“ – das Bauernhaus der Familie Auer liegt am Franzenreitherberg auf 838 Metern Seehöhe. Der nächstgelegene Nachbar ist rund 700 Meter entfernt, das Gemeindeamt Randegg knapp fünf Kilometer und fast 500 Höhenmeter. Und trotzdem hat seit der Vorwoche die Zukunft bei der Familie Auer Einzug gehalten. Denn seit der Vorwoche hängt das Bauernhaus „Voglsberg“ am Breitbandstrang der Gemeinde. Grund genug für die Gemeinde und die Breitband Randegg GmbH (BBRG) – eine 100-Prozent-Tochter der Gemeinde –, am Freitagabend zur „Gleichenfeier“ zu laden.

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„Wir sind eigentlich immer sehr bescheiden. Aber heute bin ich wirklich sehr sehr stolz auf uns alle. Denn wir haben als kleine Gemeinde etwas geschafft, für das uns anfangs viele nur ungläubig belächelt haben und um das uns mittlerweile viele beneiden. Wir versorgen jedes Haus in unserem gesamten Gemeindegebiet mit moderner Glasfasertechnologie. Ich glaube und hoffe, dass andere Gemeinden und das Land von uns lernen.

Dank der aus der Bevölkerung entstandenen Initiative und dem Einbinden innovativer, heimischer Unternehmen zeigen wir vor, wie es gehen kann“, freute sich VP-Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger und bedankte sich besonders bei ihrem Gemeinderat und Geschäftsführer der BBRG Matthias Repper, der Triebfeder des Projekts.

Weniger als zwei Jahre nach dem Kick-Off zur Randegger Breitband-Initiative hat die BBRG nach den Ortszentren Randegg, Schliefau und Perwarth mit der Hinterleiten und dem Franzenreitherberg auch die ersten wirklich peripheren Ortsteile an das Glasfasernetz angeschlossen. Aktuell liegt das Glasfaserkabel damit bei rund 180 Haushalten, 100 davon hängen schon am schnellen Netz. Bis Ende 2020 soll das gesamte Gemeindegebiet ausgebaut sein. Dabei ist die Gemeinde Rand egg keine Pilotregion des Landes, sondern hat das alles in Eigenregie verwirklicht.

„Das war natürlich ein immenser Aufwand. Aber er hat sich gelohnt. Und dank des Entgegenkommens der Grundeigentümer – wir haben uns alleine am Franzenreitherberg zwei Künetten-Kilometer und damit viele tausend Euro erspart, weil wir querfeldein graben durften – liegen wir auch noch unter den geplanten Ausbaukosten“, erläuterte Matthias Repper.

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Stolz macht die Randegger auch die Anschlussquote. Diese liegt bei 70 Prozent, wobei zum Beispiel die Bereiche Hinterleiten (90 Prozent) und Franzenreitherberg (100 Prozent) nochmals drüber liegen. Damit geht sich auch aus, dass sich das Projekt für die Gemeinde in rund 33 Jahren auch amortisiert. Bei 2,7 Millionen Euro liegt die Gesamtkalkulation. Aus der Breitbandmilliarde erhofft sich die BBRG eine Förderung von bis zu 60 Prozent, wodurch 1,3 bis 1,5 Millionen Euro der Gemeinde bleiben würden.

„Jeder redet von Digitalisierung. Ihr macht sie überhaupt erst möglich. Die Möglichkeiten und der Wert, den ihr hier für Eure Bürger schafft, sind noch gar nicht abschätzbar. Dazu kann man nur gratulieren“, betonte auch Landtagsabgeordneter Anton Erber, der die Glückwünsche des Landes überbrachte.