Göstling an der Ybbs

Erstellt am 06. März 2018, 08:00

von Stefan Obernberger

Forstunfall: Rettung in letzter Minute.

Das war tatsächlich Rettung im letztmöglichen Augenblick: Bereits in der einsetzenden Dämmerung, gerade am Heimweg eines Einsatzes, wurde die Besatzung von Christophorus 15 nach Göstling/Ybbs gerufen. Ein Waldarbeiter hatte sich bei Forstarbeiten bei einer Seilwinde schwer verletzt. Er kam auf einem extrem steilen Hang in unwegsamem Gelände zu liegen und musste durch Hilferufe auf sich aufmerksam machen, nachdem er kein Mobiltelefon bei sich hatte. Sein eigener Sohn wählte schließlich den Notruf.

Vor Ort wurde den Einsatzkräften eines schnell klar: Eine Rettungsaktion aus diesem Gelände hätte vermutlich zu Fuß bis in die späten Nachtstunden gedauert, doch auch der einsetzende Nebel und die herannahende Dunkelheit machten eine Rettungsaktion aus der Luft nicht gerade einfach. Der Wettlauf mit der Zeit begann. 

Tau-Rettungsaktion: Einsatzkräfte hatten nur einen Versuch

Gemeinsam mit dem Roten Kreuz, der Freiwilligen Feuerwehr und der Bergrettung entschied sich die Heli-Crew zu einer möglichst raschen Tau-Rettungsaktion, auch im Wissen, dass wegen der bald einsetzenden Dunkelheit nur ein Versuch möglich ist. Würde dieser scheitern, wäre Hilfe aus der Luft witterungsbedingt unmöglich geworden. Der verwundete Mann wurde also per 80 Meter langem Tau – die Bäume hatten eine Höhe von rund 60 Metern – aus dem Waldgebiet nach notärztlicher Erstversorgung gerettet.

Anschließend wurde der etwa 75-jährige Mann per Rettungsheli zum Stützpunkt von Christophorus 15 geflogen, wo er per Rettungsauto und Notarztbegleitung ins benachbarte Landeskrankenhaus zur weiteren Versorgung gebracht wurde. Der Nebel war nämlich zu dicht geworden, ein Weiterflug ins Klinikum einfach zu riskant.