Diskussion um Schul-Zubau ist entfacht. Kosten für Schulprojekt stiegen auf 2,7 Millionen Euro – jetzt wird diskutiert.

Von Anna Faltner. Erstellt am 09. April 2019 (05:39)
Faltner
Die Marktgemeinde Gresten präferiert das Konzept, die Volksschule mit einem zusätzlichen Bauwerk aufzustocken, um dort die Musikprobenräume unterzubringen.

Orchester-Proben in der Kulturschmiede, Schlagzeug-Unterricht im Feuerwehrhaus – die Musikschüler aus Gresten müssen flexibel sein. Gleichzeitig sind auch am Schulstandort Gresten Sanierungsmaßnahmen notwendig.

Viele Konzepte lagen in den letzten Jahren schon auf den Schreibtischen der beiden Grestner Bürgermeister. Viele wurden wieder verworfen. An einem Modell möchte Grestens SP-Ortschef Harald Gnadenberger nun aber festhalten. „Der Zubau in Form einer Aufstockung auf die Volksschule ist derzeit der Favorit“, strahlt er.

Das Schulprojekt gliedert sich in drei Teile: Ein Drittel macht den Bedarf der Musik-Mittelschule aus. Gebraucht werden eine zusätzliche Klasse, ein Gruppen- sowie ein Multifunktionsraum. Weitere 20 Prozent decken Brandschutzmaßnahmen, die Sanierung des Daches, die Einrichtung von Fluchtwegen und ein barrierefreier Zugang ab. Die restlichen 50 Prozent entfallen auf den Bedarf der Musikschule. Die Aufstockung auf die Volksschule würde laut Plan ein Stiegenhaus mit Eingangsbereich, vier Unterrichtsräume, Lagerraum, Mehrzweckraum, Gruppenraum und drei Ensembleräume beinhalten.

„Der Zubau in Form einer Aufstockung auf die Volksschule ist derzeit der Favorit.“

Harald Gnadenberger, SP-Bürgermeister von Gresten

Aber: Diese Variante lässt auch die Kosten in die Höhe schießen. Die Schätzung beläuft sich auf 2,7 Millionen Euro. Jeweils ein Drittel müssten Markt- und Landgemeinde stemmen, 25 bis 27 Prozent kämen durch Förderungen zustande, der restliche Anteil liegt bei der Gemeinde Reinsberg als Mitglied der Schulgemeinde (Anm.: Die Gemeinde Reinsberg hat eine eigene Volksschule und ist Mitglied der Musikschule Scheibbs. Daher ist der Beitrag geringer).

„Die Aufstockung wurde uns als ideale Lösung vom Baumeister vorgestellt. In unserem Gemeinderat hat das Konzept wohlwollende Zustimmung erhalten“, berichtet Gnadenberger. Dass die Finanzierung die größte Herausforderung darstellt, ist ihm bewusst. „Wir sind von weit weniger ausgegangen. Jetzt müssen wir darüber nachdenken, ob wir uns das leisten können und wollen“, meint er.

Latschbacher: „Projekt ist mir viel zu teuer“

Eine Entscheidung wünscht er sich bis zum Sommer. Sodass die ersten Arbeiten noch heuer vergeben und zu Ostern 2020 starten können. „So könnten wir das Bauwerk dann über die Sommerferien aufsetzen“, denkt Gnadenberger bereits voraus.

Während die Marktgemeinde mit dem Zubau liebäugelt, ist die Landgemeinde da noch kritischer. „Ganz ehrlich? Das Projekt ist mir viel zu teuer. Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt, könnte man ein eigenes Musikheim bauen“, sagt VP-Bürgermeister Leopold Latschbacher. Außerdem müsse man nicht alles verbauen. „Das brauchen wir nicht. So viele Ensembles haben wir doch in Gresten nicht“, zweifelt er diese Lösung an. Jetzt müsse man erst einmal in Ruhe darüber diskutieren.