Göstling an der Ybbs

Erstellt am 12. Januar 2019, 13:54

von Christian Eplinger

Schneeräumung geht zügig voran. Sukzessive schlagen sich die Mitarbeiter des NÖ Straßendienstes gemeinsam mit den örtlichen Kräften der Firmen Geischläger und Huber-Tazreiter ihren Weg auf das Hochkar.

Die Hochkar-Alpenstraße soll bis zum späteren Nachmittag zumindest einspurig für die Einsatzkräfte freigelegt sein. Am Sonntag rücken dann 150 Feuerwehrmänner aus dem Bezirk und 120 Soldaten zu ihrem Einsatz direkt im Skigebiet an.

„Alle Beteiligten leisten großartige Arbeit. Wir können seitens des Landes dafür nur Danke sagen“, unterstrich LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bei einem Lokalaugenschein in Göstling am Samstagvormittag. Nach den erfolgreichen Lawinensprengungen am Freitag, wird seit den Morgenstunden auf Hochtouren und mit schwerem Gerät daran gearbeitet, die Alpenstraße aufs Hochkar, das seit Mittwoch gemeinsam mit der Katastralgemeinde Lassing zum Katastrophenschutzgebiet erklärt worden ist, befahrbar zu machen. „Wir haben unsere drei leistungsstärksten Schneefräsen aus Geras, Waidhofen/Ybbs und Persenbeug für diesen Einsatz abgstellt. Diese Fräsen haben eine Stundenleistung von bis zu 3.000 Kubikmeter mit einer Auswurfweite von vier Metern“, schildert Josef Neuhold vom NÖ Straßendienst.

Damit sollte bis zum späten Nachmittag der Durchbruch zum Hochkar geglückt sein. Denn gleichzeitig arbeiten die Familien Essletzbichler und Kronsteiner, die seit Montag trotz der Evakuierung am Hochkar in ihren Häusern geblieben sind, mit ihren Gerätschaften von oben nach unten. Sobald der Weg frei ist, wird eine Kommission aus Bergbahnen, Feuerwehr und Bundesheer die Lage oben am Hochkar sichten, um den Einsatz am Sonntag bestmöglich planen zu können.

Bis zu 300 Mann in Alarmbereitschaft

Am Sonntagmorgen sind ab 7 Uhr früh drei Katasrophenhilfsdienst-Züge der Feuerwehren aus dem Scheibbser Bezirk – insgesamt 150 Einsatzkräfte – am Hochkar abmarschbereit. Alle zwölf Stunden erfolgt eine Ablöse. „Wir haben rund 250 bis 300 Mann für die Einsätze am Hochkar in Alarmbereitschaft versetzt, die auf ihren Einsatz warten. Zudem kommen Sondergerätschaft wie Schaufeln und Kräne oder Vorderlader von der Landesfeuerwehrzentrale in Tulln“, erklärt FF-Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Die Feuerwehren sollen vor allem die Gebäude am Hochkar freischaufeln, während die Bundesheersoldaten sich um das Freilegen der Liftanlagen kümmern werden.

Bevor die Einsatzkräfte am Sonntag allerdings am Hochkar einrücken können, wird es noch drei Lawinensprengungen vom Boden aus mit der von der oberösterreichischen Firma Elma-Tech entwickelten 0 „Lawin Locker Großen Bär“, eine Art Kanone, mit der Lawinen aus der Ferne ausgelöst werden,  geben, damit die Alpenstraße endgültig fix abgesichert ist.

„Wir können noch gar nicht sagen, wie es bei uns ausschaut. Wichtig wird einmal sein, Schneisen von den zu den Liftstationen freizulegen, damit wir die Leute überhaupt dorthin bringen können“, erkärt Rainer Rohregger, Geschäftsführer der Hochkar Bergbahnen. Er hat für die Arbeiten eine zusätzliche Pistenraupe geordert.

Bis wann das Hochkar als Skigebiet wieder gänzlich freigegeben werden kann, steht derzeit noch in den Sternen. „Das ist natürlich auch wetterabhängig. Denn die Voraussagen prognostizieren für die nächsten beiden Tage noch einen Meter Neuschnee und teilweise Sturm. Es wird also extrem schwierig“, weiß Bürgermeister Friedrich Fahrnberger. Kein Problem für den künftigen Skibetrieb sollte die Lawinensituation werden, denn das Hochkar selbst ist lawinensicher. „Unser Problem war hier nur die Alpenstraße. Und da haben wir die Sicherheit hergestellt“, sagt Fahrnberger.

Auch Solebad am Samstag gesperrt

Probleme bereiten der Schnee und die wärmen Temperaturen verbunden mit dem Regen inzwischen in den Talregionen. Dort müssen die Dächer von den Hausbesitzern vom Schnee befreit werden. So unter anderem auch das Ybbstaler Solebad in Göstling. „Aus Sicherheitsgründen haben wir dieses heute Samstag während der Räumungsarbeiten, die bis zum Abend dauern werden, leider sperren müssen“, sagt Fahrnberger.