Worthington baut Standort Kienberg weiter aus. Kienberger Stahlflaschenkonzern investiert im nächsten Jahr 7,25 Millionen Euro für neues Werk für Wasserstoffzylinder.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. Mai 2019 (06:11)
Christian Eplinger
Timo Snoeren, General Manager von Worthington Industriegase in Europa und Geschäftsführer des Kienberger Werkes, blickt optimistisch nach vorne. „Wir investieren im nächsten Jahr weitere 7,25 Millionen Euro für den Ausbau des Standortes. Unser Werk ist innerhalb des Konzerns sehr hoch im Kurs“, freut sich Snoeren. Pro Jahr verarbeitet man in Kienberg derzeit rund 27.000 Tonnen Stahl oder „zweieinhalb Mal den Eiffelturm“, wie Snoeren mit einem Lächeln feststellt.

Am 4. Juli 1998 hat für den Kienberger Stahlflaschenproduzenten eine völlig neue Ära in der mittlerweile über 200 jährigen Firmengeschichte begonnen. Der damalige Besitzer Carl Theodor Reitlinger entschloss sich zum Verkauf seiner Firma Heiser an die amerikanische Worthington Cylinder GmbH. Rund 60 Millionen Euro hat der Mutterkonzern in den letzten 20 Jahren in den Ausbau und die Modernisierung des Standortes Kienberg gesteckt. „Ein Haufen Geld“, wie Timo Snoeren, General Manager von Worthington Industriegase in Europa und Geschäftsführer von Worthington Kienberg im Rahmen der Pressekonferenz zum Tag der Arbeitgeber in der Vorwoche (siehe rechts) auf gut mostviertlerisch betonte.

Nun erfolgte die Freigabe für den nächsten Ausbauschritt. „Wir werden hier am Standort Kienberg weiter wachsen. Wer in den nächsten Monaten auf der Erlauftalbundesstraße an unserem Werk vorbeifährt, wird diesen Wachstum mitbekommen“, lächelte Timo Snoeren.

7,25 Millionen Euro wird Worthington in den weiteren Ausbau des Standortes Kienberg im nächsten Jahr investieren. In welche Richtung die Investitionen genau gehen soll, wollte Snoeren noch nicht verraten. Nur so viel: „Die Automobilindustrie geht sehr stark in Richtung alternative Treibstoffe. Wir wollen sie auf diesem Weg begleiten. Die Tendenzen gehen dabei stark in Richtung Wasserstoff“, erklärte Snoeren.

Schon jetzt produziert Worthington Industries Wasserstoff-Kraftstofftanks für Pkw, Transitfahrzeug- oder Flottenfahrzeuganwendungen. Das neue Werk in Kienberg könnte in diesem Segment ein weiterer Meilenstein für Worthington sein.

  „Wir verarbeiten pro Jahr in Kienberg 27.000 Tonnen Stahl – oder anders ausgedrückt zweieinhalb Mal den Eiffelturm.“  Timo Snoeren, Geschäftsführer Worthington Kienberg

 Dahinter steht ein mehrstufiger Plan, der auch ein weiteres Wachstum hinsichtlich der Mitarbeiteranzahl vorsieht. Die erste Ausbaustufe will Worthington allerdings mit eigenen Mitarbeitern besetzen. „Wir haben dahingehend schon firmenintern Interessenten eingeladen, sich zu melden. Dafür werden wir für das Stammwerk neue Kräfte nachbesetzen“, erklärt Produktionsleiter Günther Ehrgott.

Arbeitskräfte am doch durchaus umkämpften Arbeitsmarkt im Erlauftal zu bekommen, sei für Worthington derzeit kein allzugroßes Problem. Da helfen auch das positive Image und die gute Unternehmenskultur, die man sich in den letzten Jahren aufgebaut hat. Zwölf Auszeichnungen in Folge von „Great Place to Work“ sind kein Zufall.
Positive Auswirkungen für die aktuell 425 Worthington-Mitarbeiter bringen auch die am Dienstag von der Bundesregierung präsentierten Pläne der Steuerreform 2019. Denn ab 2022 wird die Gewinnbeteiligung mit bis zu 3.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr von Steuern und Abgaben befreit. „Alle unsere Mitarbeiter profitieren seit 20 Jahren von der Gewinnausschüttung, die in guten Jahren bis zu einem Monatsgehalt ausmachen kann“, weiß Günther Ehrgott.

Apropos gutes Jahr: Auf ein sehr gutes Geschäftsjahr 2018/19, das bei Worthington Ende Mai zu Ende geht, darf das Kienberger Unternehmen zurückblicken. „Wir konnten das Ergebnis weiter steigern und werden das Geschäftsjahr mit einem Gesamtumsatz von rund 97 Millionen Euro abschließen“, erklärt Worthington-Finanzchef Ferdinand Mayrhofer.