Gresten verliert seine Apotheke. Mit Ende März sperrt die Grestner Apotheke zu. Ein Nachfolger ist bis jetzt nicht in Sicht.

Von Claudia Christ. Erstellt am 18. Februar 2020 (06:02)
Ab 1. April bleibt die Apotheke in Gresten geschlossen. Die wirtschaftliche Lage und der fehlende Nachfolger zwangen Apotheker Friedrich Dorn zu diesem Schritt. 
Karner

Was schon seit einiger Zeit gerüchteweise im Raum stand, ist nun Gewissheit: Gresten verliert seine Apotheke. Betreiber Friedrich Dorn (er wollte dazu keine Stellungnahme abgeben) wird das Geschäft mit 31. März schließen. Einen Nachfolger gibt es nicht.

Seit zwei Jahren ist der Apotheker bereits in Pension und hat für die Grestner den Betrieb bislang aufrecht erhalten und in dieser Zeit vergeblich nach einem möglichen Nachfolger gesucht. „Auch die wirtschaftliche Situation ist für ihn nach der Pensionierung unseres zweiten Allgemeinmediziners Wolfgang Kammerer nicht mehr rentabel gewesen“, weiß Bürgermeister Harald Gnadenberger. Er ist bemüht, hier eine Lösung für die Grestner Bevölkerung zu finden.

„Ich habe diesbezüglich diese Woche schon Gespräche mit Herrn Dorn geführt. Wie auch immer diese Lösung aussehen mag, wir werden alles daran setzen, dass die medizinische Versorgung im Ort bestehen bleibt“, beteuert der Bürgermeister und sichert gleichzeitig eine finanzielle Unterstützung der Gemeinde für den Erhalt der medizinischen Versorgung in den Gemeinden Gresten Markt und Land sowie Reinsberg zu.

Mögliche neue Chance

Fakt ist jedoch, das es ab 1. April in Gresten keine Möglichkeit gibt, Medikamente zu besorgen – zumindest vorübergehend. Denn der einzige praktizierende Arzt der Gemeinde, Syrus Nikou, würde laut NÖN-Anfrage einen Antrag auf eine Hausapotheke stellen. „Das kann ich aber erst tun, wenn die Apotheke definitiv geschlossen hat“, sagt der Mediziner. Mit seiner Übersiedelung in die neue Gemeinschaftspraxis, die für kommenden Herbst geplant ist, könnten dadurch auch bei der Suche nach einem weiteren Arzt die Karten neu gemischt werden.

„Längerfristig ergibt sich dadurch für die Gemeinde vielleicht sogar eine neue Chance, die medizinische Versorgung auf neue Beine zu stellen. Durch die Hausapotheke wird vielleicht ein neuer Anreiz für eine neue, weitere Arztstelle geschaffen“, hofft Gnadenberger.

Bis es soweit ist, müssen die Grestner aber ab 1. April in die umliegenden Apotheken nach Scheibbs, Gaming, Steinakirchen oder Purgstall um ihre Medikamente fahren.