Falsch? Ja. Aber auch menschlich. Armin Grasberger über die erneute Dopingbeichte von Johannes Dürr.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 12. März 2019 (01:00)

„Ich versteh mich ja selbst net.“ Es ist dieser eine Satz im ARD-Interview von Johannes Dürr, der exemplarisch für das gesamte Drama rund um den Göstlinger steht. Wenn er sich selbst nicht versteht, dann schafft das auch sonst niemand.

Johannes Dürr hat eine falsche Entscheidung getroffen. Schon wieder. Er hat Freunde und Familie belogen. Viele Menschen ge- und enttäuscht. „Ich bin ganz klar Täter“, gab er zu Protokoll. Warum er es getan hat? Weil der „Mensch Johannes“ den Kampf gegen den „Leistungssportler Johannes“ verlor. Eine Entschuldigung soll das nicht sein, ein Erklärungsversuch sehr wohl.

So wie die folgenden Zeilen. In der Welt des Spitzensports herrschen Zwänge und ein Druck, das können sich Außenstehende nicht einmal ansatzweise vorstellen. Wenn du in deinen jungen Jahren immer wieder hörst, dass du das Zeug zur Weltklasse hast, es auch immer wieder in diesen Dunstkreis schaffst, du dieses eine große Lebensziel aber nicht und nicht erreichen kannst, dann macht das etwas mit dir. Dann demoliert das dein Selbstwertgefühl nachhaltig. Der einzige Ausweg: Erfolge. Und für die tust du alles. Auch Verbotenes. Nicht jeder, nein. Manche allerdings schon. Falsch ist das mit Sicherheit. Menschlich aber eben auch.