Lackenhof kämpft um Wintersaison. Mehrheitseigentümer Schröcksnadel will die Corona-Saison aus wirtschaftlichen Gründen in Lackenhof ausfallen lassen.

Von Claudia Christ. Erstellt am 26. November 2020 (14:29)
Alois Spandl/Fotolois.com

Während den NÖ Skigebieten die Vorbereitungen für die kommende Wintersaison auf Hochtouren laufen, muss Lackenhof um einen Saisonstart  generell zittern. Denn die Schnöcksnadel-Gruppe als Mehrheitsgesellschafter (60 Prozent) hegt Pläne die  Ötscherlifte  in der kommenden Saison  aus betriebswirtschaftlichen Gründen stillzulegen. 

Aus Sicht des Landes NÖ,  ein absolut falscher Schritt und fordert die Vorbereitungen und die Beschneiung am Ötscher fortzusetzen.  "Der Ball liegt jetzt jedoch bei der Schröcksnadel-Gruppe, die aufgrund der Eigentumsverhältnisse die Entscheidung über eine vorübergehende Stilllegung alleine – also ohne unsere Zustimmung – treffen kann“, erklärt Geschäftsführer Helmut Miernicki, von der ecoplus/NÖ-BBG die 40 Prozent an der Ötscherlift-Gesellschaft hält.

Gleichzeitig hat das Land Niederösterreich noch im September mit der Schröcksnadel-Gruppe vereinbart, ein Investitionsprogramm für die Ötscherlifte aufzustellen. „Es braucht ein langfristiges Konzept für die Ötscherlifte – die heurige Saison ausfallen zu lassen, ist hier absolut kontraproduktiv und der falsche Weg. Wir werden dafür kämpfen, dass sich die Lifte in Lackenhof auch heuer drehen“, betont Miernicki.

Bürgermeisterin Rakwetz: "Für Ort und Region wäre das Kathastrophe"

"Für den Ort und die gesamte Region wär das schlichtweg eine Katastrophe, wenn diese Saison ausfallen würde", ist SP-Bürgermeisterin Renate Rakwetz sauer. Sie hofft, dass sich das Blatt noch in letzter Minute zum Guten wenden wird. Eine Entscheidung soll am Freitag gefällt werden. 

Rohregger: "Nur Vorschlag, öffentliche Diskussion wäre vermeidbar gewesen."

Rainer Rohregger
Ludwig Fahrnberger/Archiv

Keine Freude mit der heute öffentlich losgetretenen Diskussion hat man bei der Schröcksnadel-Gruppe. Laut Rainer Rohregger, Geschäftsführer der Seilbahnbetriebe in Lackenhof, hätte man morgen (Freitag), im Rahmen einer seit längerem terminisierten Arbeitssitzung der Gesellschafter ausreichend Gelegenheit, die nächsten Schritte gemeinsam zu besprechen und nicht durch mediale Vorstöße Kunden und Öffentlichkeit vor den Kopf zu stoßen. "Die anstehende Wintersaison und die massiven behördlichen und internationalen Einschränkungen haben die Geschäftsführung der Ötscherlift-Gesellschaft m.b.H. dazu veranlasst, sich für alle möglichen Szenarien zu rüsten. Dies ist eine notwendige Vorsichtsmaßnahme und die Aufgabe einer Geschäftsführung, die dazu angehalten ist, vermeidbare Schäden vom Unternehmen abzuwenden und den Gesellschaftern mögliche Lösungs-Wege zur Beschlussfassung vorzuschlagen", hält Rohregger fest.

Dass nun Teile dieser gemeinsamen Überlegungen und Vorsichtsmaßnahmen aktiv medial kommuniziert wurden, sorge intern wie extern für massive Verunsicherung, die man vermeiden hätte können. Vor allem, "da auch die Vorbereitungsarbeiten in allen unseren Skigebieten in Niederösterreich unvermittelt weitergehen. Wir haben keine diesbezüglichen Arbeiten eingestellt", versichert Rohregger.

Dennoch hoffe er, dass bei der morgigen Sitzung auch Vorschläge des Mitgesellschafters auf den Tisch kommen. Erfreulich sei für die Schröcksnadel-Gruppe das Bekenntnis des Landes zum Skigebiet Lackenhof. "Das wird von uns sehr geschätzt - besonders, da dies  in der Vergangenheit nicht immer der Fall war", gibt es von Rohregger noch einen Seitenhieb Richtung Land.

Die Ötscherlift-Gesellschaft m.b.H. ist zu 60 Prozent im Eigentum der Schröcksnadel-Gruppe und zu 40 Prozent im Eigentum von ecoplus/NÖ-BBG. Sie verfügt über 19 Pistenkilometer und 8 Lifte.