Drohender Ärztemangel in Wieselburg . Mit der Pensionierung der Allgemeinmediziner Franz Huemer und Nabil Badawi verliert die Stadt Wieselburg mit Jahresende zwei der fünf Praktiker.

Von Claudia Christ. Erstellt am 31. Juli 2018 (05:01)
Symbolbild
Shutterstock.com/blueplanetstudio

Mit einem Mangel an Allgemeinmedizinern könnte ab dem kommenden Jahr die Stadtgemeinde Wieselburg konfrontiert werden.

Denn die beiden Hausärzte Franz Huemer und Nabil Badawi haben die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht, was laut dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) eine Pensionierung zur Folge hat. „Derzeit sind beide Stellen mit Vertragsbeginn im kommenden Jahr ausgeschrieben“, heißt es seitens der NÖ Gebietskrankenkasse.

„Derzeit gibt es fünf Allgemeinmediziner in Wieselburg. Wenn zwei wegfallen, bedeutet das für die anderen, die Patienten aufzufangen.“Bezirksärztevertreter Karl Brandstetter

Interessenten bleiben jedoch bislang aus. Für Bezirksärztevertreter Karl Brandstetter ist das eine bedenkliche Entwicklung: „Derzeit gibt es fünf Allgemeinmediziner in Wieselburg. Wenn zwei wegfallen, bedeutet das für die anderen, die Patienten aufzufangen.“ Auf die verbleibenden Ärzte komme also eine zusätzliche Belastung zu, die aufgrund der Patientenzahlen nur schwer zu stemmen sei. „Wir stehen quasi mit dem Rücken zur Wand. Viel Luft bleibt da nicht mehr“, macht Brandsetter auf die prekäre Lage aufmerksam.

Warum für junge Ärzte eine Stelle am Land nicht besonders attraktiv sei, erklärt Brandstetter so: „Der nicht zeitgemäße Honorarspiegel, die Arbeitszeiten sowie die immer strengeren Hygienevorschriften, Datenschutzbestimmungen und die Selbstevaluierung machen es den Medizinern heute nicht besonders leicht.“

Keine medizinische Unterversorgung

Wieselburgs SP-Bürgermeister Günther Leichtfried befürchtet dennoch keine medizinische Unterversorgung für seine Stadt: „Denn auch wenn der Fall eintreten sollte, gibt es immer noch fünf praktizierende Ärzte in unserem Ärztesprengel“. Dennoch ist er bemüht eine Lösung zu schaffen. „Es gab bereits Gespräche mit der Gebietskrankenkasse. Auch eine Verlängerung der Vertragsdauer der beiden Ärzte, solange bis die Nachfolge geklärt ist, wäre eine Möglichkeit.“ Sollten alle Bemühungen nicht fruchten, dann könnte sich der Stadtchef auch ein Ärztezentrum vorstellen.

Die nächste Bewerbungsrunde für die offenen Planstellen startet Ende September.

Umfrage beendet

  • Braucht der Bezirk Scheibbs mehr Hausärzte?