Nationalratswahl: Rosenberger verzichtet auf Kandidatur. VP-Abgeordneter Alois Rosenberger wird nicht mehr kandidieren.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 25. Juni 2019 (06:00)
Jantzen
Alois Rosenberger beendet mit September seine Nationalratsabgeordneten-Karriere.

Alois Rosenberger, Direktor des Francisco Josephinum Wieselburg, war vor eineinhalb Jahren überraschend zu seinem Nationalratsabgeordnetenmandat gekommen. Genauso überraschend gab er nun bekannt, im Herbst auf eine Kandidatur zu verzichten. 2017 war der 59-jährige Öhlinger (Bezirk Amstetten) dank der Vorzugsstimmen über die VP-Bundesliste in den Nationalrat eingezogen.

„Ich habe mir das jetzt reiflich überlegt und will klare Verhältnisse schaffen. Obwohl ich ein super tolles Team im Josephinum habe, das mich bislang bestens vertreten hat, kann man auf längere Sicht zwar auf zwei Hochzeiten die Pflichttänze tanzen, aber für eine gute Kür fehlt die Zeit. Und ich stelle aber an mich persönlich den Anspruch, auch die Kür bestens zu absolvieren“, erläutert Alois Rosenberger seine Entscheidung.

Damit wird seine Nationalratsabgeordneten-Karriere im September zu Ende gehen. Bis dahin will er aber noch Vollgas geben. „Es stehen noch einige wichtige Entscheidungen auf parlamentarischer Ebene an – vor allem auch im Bildungsbereich“, betont Rosenberger.

Reißverschluss-System sorgt für Kuriosum

Am Sonntagabend erstellte die ÖVP endgültig die Wahlkreisliste Mostviertel 3c für die Nationalratswahlen. Und da gab es letztendlich doch ein kleines Kuriosum. Denn eigentlich sollten die beiden amtierenden Nationalratsabgeordneten Georg Strasser aus dem Bezirk Melk und Andreas Hanger aus dem Bezirk Amstetten die Listen anführen. Auf Platz drei wäre die Spitzenkandidatin aus dem Scheibbser Bezirk, Katrin Teufel aus Randegg, gefolgt. So war zumindest der ursprüngliche Plan.

Aber das von der Bundespartei angeordnete Reißverschluss-System (Mann-Frau-Mann-Frau) machte diesen Plänen in Verbindung mit dem Verzicht auf ein Vorzugsstimmen-Wahlmodell einen Strich durch die Rechnung. Denn Katrin Teufel wäre damit auf den zweiten Listenplatz vorgerutscht. „Wir haben uns im Bezirk aber entschieden, dass wir zu 100 Prozent hinter unseren beiden vor eineinhalb Jahren mit einer überzeugenden Anzahl an Vorzugsstimmen gewählten Abgeordneten stehen.

Gleichzeitig wollten wir auch keine Pro-Forma-Kandidatur von Katrin Teufel. Daher sind wir einen Schritt zurückgetreten“, erklärt der Scheibbser VP-Bezirksobmann Anton Erber.

Die Folge: Katrin Teufel ist erst auf dem vierten Listenplatz gereiht. Den zweiten Listenplatz zwischen Georg Strasser (1) und Andreas Hanger (3) nimmt die Melker VP-Bezirksgeschäftsführerin Andrea Blauensteiner ein. Sie hat aber gleich angekündigt, auf ihr Mandat zu verzichten – außer die VP holt drei Direktmandate. Weiters aus dem Scheibbser Bezirk auf der Wahlkreisliste sind Katrin Ressl aus Scheibbs auf Platz sechs und Harald Stamminger aus St. Georgen auf Platz neun.