Von Musik bis zur Kunst in Wieselburg. Wieselburger Musikschule forciert Schauspiel und Gesang. Ziel ist „Kunstschule“.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 14. September 2019 (04:50)
Christian Eplinger
Freuen sich über das neue beziehungsweise erweiterte Angebot an der Musikschule Wieselburg, von links: Musikschuldirektor Hannes Distelberger, Schauspiel-Lehrerin Steffi Paschke, Bürgermeister Josef Leitner und Chordirigent Leonid Belaiev, der selbst im Kinderchor Kiew begonnen und mit diesem zehn Jahre auf Tournee unterwegs war, ehe er die Musikakademie in Kiew besucht hat und nach Österreich übersiedelt ist.

26 Musik- und Kunstlehrer unterrichten heuer die rund 650 Schüler der Musikschule Wieselburg in 29 Haupt- und einigen weiteren Nebenfächern. 1,1 Millionen Euro kostet der Betrieb der Musikschule pro Schuljahr. Knapp ein Viertel, rund 260.000 Euro davon kommen von den Eltern.

370.000 Euro schießt das Land bei, den Rest zahlen die Gemeinden Wieselburg, Wieselburg-Land, Bergland und Petzenkirchen je nach Schüleranteil. „Natürlich stemmen wir den Hauptteil, sind mehr oder minder Träger der Schule und geben dafür viel Geld aus. Aber gute musikalische und kreativ künstlerische Ausbildung unserer Jugend muss uns das wert sein“, betont SP-Bürgermeister Josef Leitner, selbst Absolvent der Musikschule (Steirische Harmonika).

Lehrer und Schüler geben es mit teils ausgezeichneten Leistungen bei vielen Wettbewerben zurück und sind damit Sinnbild für das hohe Niveau an der Schule. Heuer bietet die Musikschule Wieselburg zwei besondere Schwerpunkte: Schauspiel und Gesang.

„Wir wollen uns in Richtung allumfassende Kunstschule weiterentwickeln und in Folge auch den bildnerischen Bereich forcieren – von Fotografieren über Modelieren und bildnerischen Künsten auf dem PC bis hin zum normalen Malen. Hier starten wir heuer mit unterschiedlichsten Workshops. Mal schauen, wie diese angenommen werden“, ist Musikschuldirektor Hannes Distelberger schon gespannt.

Teilnehmer im zweiten Jahr verdoppelt

Bereits das zweite Jahr unterrichtet Steffi Paschke (Theater in der Josefstadt, ORF-Filmproduktionen, Kabarett) das Fach Schauspiel an der Musikschule. „Im Vorjahr haben wir mit zehn Teilnehmern begonnen. Heuer haben wir schon 20 ab sechs Jahren, aufgeteilt auf drei Gruppen“, schildert Paschke und will noch mehr Schüler für den Schauspielunterricht gewinnen.

Neu ist heuer diesbezüglich auch die Kooperation mit dem Stadttheater Wieselburg. „Wir bieten heuer ab 4. Oktober einen achtteiligen Schauspiel-Workshop für Erwachsene an. Bin schon gespannt, wie der Zuspruch ist“, sagt Paschke.

Neu an der Wieselburger Musikschule ist das Freifach „Förderung der Pflege des Singens“. „Singen ist die Wurzel der Musikalität. Wenn man ein Stück singen kann, kann man es auch spielen“, sagt Distelberger und freut sich, dass er für diesen Chorgesang mit Leonid Belaiev einen studierten Chordirigent mit viel Einfühlungsvermögen gewinnen konnte. Dieser wird ab sofort immer freitags, ab 16 Uhr Chorgesang in der Musikschule anbieten (erster Termin: 13. September). „Der Kurs ist kostenlos. Jeder kann diesen besuchen“, sagt Distelberger.