Abschied von Scheibbser Ikone. Manfred Weinberger, vielfach geehrter und ausgezeichneter Musik-, Jazz-, Tennis- und Lebenslehrer, ist plötzlich gestorben.

Von Raimund Holzer. Erstellt am 22. Juli 2019 (14:45)
Stadtgemeinde
Manfred Weinberger (80)

Es war wieder einmal eine dieser Nachrichten, die sich sprichwörtlich „wie ein Lauffeuer“ verbreiten. In der Nacht von vergangenem Donnerstag auf Freitag endete ein Leben, das von herausragender Menschlichkeit, ebensolchen Leistungen, aber auch viel Schmerz und Trauer geprägt war.

Im Jahr 1939 geboren, zog es Weinberger bald zum Lehrerstand und damit in die Lehrerbildungsanstalt nach St. Pölten.

Dort erlernte er aber nicht nur das Handwerk seines späteren, lebenslangen Brotberufs, sondern kam auch erstmals näher mit einer Musikrichtung in Kontakt, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollte: dem Jazz.

Von der Blasmusik zu Jazztagen

Doch zunächst gab es nur traditionelle Blasmusik. Der junge, enthusiastische Musiklehrer übernahm als Kapellmeister in den 1960er-Jahren die damals bestehende Stadtkapelle, wo mit neuer Musik kein Staat zu machen war.

Doch etliche Jahre später entstanden erste Versuche, eine Jazzband in Scheibbs zu gründen, mit Manfred „Mandi“ Weinberger am Klavier, selbstverständlich.

„Keep swinging!“ war der Gruß der „Saubären-Jazzband“, wie Mandi, der Bandleader, mit einem breiten Lächeln die alles andere als perfekten Anfänge dieser Stilrichtung in Scheibbs bezeichnete.

Aber bald wurde die Geschichte professioneller. Legendäre Konzerte der Printers Jazzband folgten, 1985 ging die erste der später international bekannten Jazzwochen über die Bühne.

Gründer der Ötscherland-Trophy

Bis heute sind die Spuren dieser, von Manfred Weinberger initiierten, Entwicklung deutlich zu erkennen. 2010 wurden die Jazzwochen-Organisatoren mit dem Kulturpreis der Stadt Scheibbs ausgezeichnet.

Den begeisterten Musiker und Musiklehrer Weinberger, mittlerweile längst Musikschuldirektor (1968 bis 2004), zog es aber mit der gleichen Leidenschaft zur Klassik hin. Mit Herbert Schlöglhofer wurde mit dem Kammerorchester Scheibbs ein eigener Klangkörper gegründet.

Aber auch als Sportler glänzte Manfred Weinberger durch erstaunliche Leistungen. So feierte er insgesamt 18 Stadtmeistertitel im Tennis, begründete aber gleichzeitig mit anderen die Ötscherland-Trophy, ein hochkarätiges Tennisturnier.

Auch im Fußball oder im Skisport war „der Mandi“ nicht nur engagierter Lehrer, sondern auch leidenschaftlicher Diskutant.

Beisetzung am Freitag, 26. Juli

Vieles gäbe es noch anzufügen, etwa die vielen Auszeichnungen, die Manfred Weinberger zuteilwurden: die Verleihung des Titels „Professor“, der Kulturpreis, das silberne Ehrenzeichen des Landes NÖ, Ehrungen durch die Stadtgemeinde und mehr.

Bei all den positiven und erfreulichen Tätigkeiten und Initiativen, darf auch in der Zeit des Abschieds von diesem lebensfrohen, bescheidenen, gläubigen und untadeligen Menschen nicht vergessen werden, dass ihm das Schicksal nicht immer gut gesinnt war.

Eine schwere Erkrankung seiner Tochter hat Manfred Weinberger sehr belastet, vor wenigen Jahren ist Gattin Anna Gertraud gestorben.

Mit dem Tod von „Mandi“ Weinberger ist die Stadt ein Stück ärmer geworden. Die Betstunde findet am Donnerstag, 25. Juli, um 19.30 Uhr in der Klosterkirche statt. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beisetzung am Friedhof beginnt am Freitag, 26. Juli, um 14 Uhr in der Friedhofskapelle.