Große Trauer in Scheibbs: Pfarrer Karl Hasengst ist tot. Groß ist Trauer in der Pfarre und Stadtgemeinde Scheibbs. Der 72-jährige Karl Hasengst war vor einigen Wochen an Covid-19 erkrankt. Zuletzt wurde er auf der Intensivstation im Landesklinikum Scheibbs behandelt. Leider ohne Erfolg. Am Sonntag verstarb er in Folgen der Krankheit.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 19. April 2021 (10:53)
Der Scheibbser Pfarrer in Ruhe Karl Hasengst verstarb am Sonntag im 73. Lebensjahr.
Eplinger/Archiv

Karl Hasengst war 24 Jahre lang überaus beliebter Seelsorger in der Pfarre Scheibbs. Der gebürtige Wachauer, der seiner Heimatgemeinde Dürnstein immer stark verbunden war, war über die Jahre in Scheibbs heimisch geworden und auch nach seiner Pensionierung im August 2019 in Scheibbs wohnhaft geblieben.

Am 3. Februar 1949 in Scheibenhof (Gemeinde Krems) geboren, wuchs Hasengst in Dürnstein an der Donau auf, besuchte die Volksschule in Egelsee und maturierte 1967 im Stiftgymnasium Melk. Danach trat der in das Priesterseminar St. Pölten ein und studierte Philosophie und Theologie an der Philosophischen Theologischen Lehranstalt der Diözese St. Pölten. Nach dem Abschluss des Studiums wurde er am 29. Juni 1973 in der Stadtpfarrkirche Krems zum Priester geweiht. Von 1972 bis 1973 war er als Pastoralassistent und Diakon in der Pfarre Maria Anzbach, danach bis 1976 als Kaplan in der Pfarre Obergrafendorf und von 1976 bis 1981 in der Pfarre Krems-St. Paul tätig. Mit 1. September 1981 übernahm er die Pfarre Weißenkirchen in der Wachau und war von 1988 bis 1995 zusätzlich Spiritual am Priesterseminar in St. Pölten.

Der „Baumeister“ und Scheibbser Ehrenbürger

Am 1. September 1995 wurde Karl Hasengst Stadtpfarrer in Scheibbs. Hier geht er nicht nur als beliebter Priester und Seelsorger, sondern auch als „Baumeister“ in die Annalen der Pfarre Scheibbs ein. Unter seiner Führung wurden die Stadtpfarrkirche (innen und außen) sowie die Klosterkirche samt Benefizium renoviert.

Seit 2011 war Karl Hasengst auch Dechant des Dekanates Scheibbs und seit 2013 zusätzlich auch Pfarrer in St. Georgen/Leys. Auch nach seiner offiziellen Pensionierung als Pfarrer mit Ende August 2019 unterstützte er seinen Nachfolger Anton Hofmarcher in der Betreuung der Pfarren. Das Dechant-Amt übte er sogar noch bis zum Schluss aus. Das sollte heuer im Zuge der Dekanatswahlen übergeben werden.

Schon Zeit seines Lebens schätzen ihn die Menschen in seinem Umfeld als „weltoffenen und mit beiden Beinen am Boden stehenden Priester, der den christlichen Glauben lebt und weitergibt“, wie auch Bezirkshauptmann Johann Seper anlässlich der Pensionierung von Karl Hasengst betonte. 

Hasengst, Gründer und seit über 20 Jahren auch Mitglied des Lampelsberg-Trios, hatte für seine Pension noch viele Pläne. „Ich freue mich, mehr Zeit für mich zu haben, und meinen Hobbys Singen, Wandern, Skifahren und Zeit in der Natur zu verbringen nachgehen zu können““, sagte Hasengst anlässlich eines NÖN-Interviews zu seinem 70. Geburtstag.

Bereits 2003 erhielt er das Große Ehrenzeichen um Verdienste um das Land Niederösterreich. Im November 2019 erhielt Karl Hasengst einstimmig die Ehrenbürgerschaft der Stadtgemeinde Scheibbs. Mit seinem Tod hat Scheibbs aktuell auch keinen lebenden Ehrenbürger mehr.

Requiem am Dienstag mit Livestream

Karl Hasengst wird am Dienstag, 27. April, um 14 Uhr in der Friedhofskapelle in Scheibbs feierlich eingesegnet und im Priestergrab der Pfarre beigesetzt. Aufgrund der Covid-Maßnahmen können nur der engste Familienkreis und geladene Gäste anwesend sein. Das Requiem wird  um 15 Uhr in der Pfarrkirche Scheibbs gefeiert und via Livestream über die Homepage der Pfarre Scheibbs übertragen. Am Begräbnistag besteht die Möglichkeit, sich von 9.30 Uhr bis 12 Uhr in der Friedhofskapelle in Scheibbs, von Pfarrer Karl Hasengst persönlich zu verabschieden.

Die Betstunden finden zeitgleich am Sonntag, 25. April, um 18 Uhr in den Pfarrkirchen Egelsee, Scheibbs, St. Georgen/Leys und Weißenkirchen in der Wachau statt.