Wieselburger mit 39 Jahren Chef über 150 Milliarden. Für sechs Jahre bestellt: Der gebürtige Wieselburger Thomas Steiner ist neuer Direktor der Nationalbank Österreich.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. Mai 2019 (04:50)
Christian Eplinger
Der gebürtige Wieselburger Thomas Steiner (39) ist seit 1. Mai neuer Direktor der Österreichischen Nationalbank und dort unter anderem für die Finanzmarktstabilität zuständig. Privat ist er seit 2014 mit Maria Glaser-Steiner verheiratet, lebt im Burgenland und hat zwei Kinder.

Der Name Steiner ist aktuell in der österreichischen Politikszene wieder hoch im Kurs. Stefan Steiner (41) ist strategischer Berater von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Er war einer von zwei Mitarbeitern, die am Sonntag gemeinsam mit dem Bundeskanzler bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen waren, um den Neuwahltermin und die weitere Vorgangsweise abzustimmen.

Sein um zwei Jahre jüngerer Bruder Thomas Steiner ist seit 1. Mai Mitglied des Direktoriums der Österreichischen Nationalbank (OeNB). Er ist der Erste im neuen Führungsquartett der OeNB, der seine Arbeit aufgenommen hat. Gouverneur Robert Holzmann, Vizegouverneur Gottfried Haber und Direktor Eduard Schock werden im Juli und September folgen. „Eine sehr spannende und herausfordernde Aufgabe. Das zeigt sich schon nach wenigen Tagen. Immerhin verwalten wir eine Bilanzsumme von 150 Milliarden Euro, beschäftigen 1.100 Mitarbeiter und leisten einen wesentlichen Beitrag zur österreichischen Volkswirtschaft“, schildert Steiner.

Thomas Steiner hat genauso wie sein Bruder Stefan nach den Kindheitsjahren in Weinzierl zehn Jahre mit seinen Eltern Lotte und Franz in Istanbul gelebt und dort im St. Georgs-Kolleg auch maturiert. Nach dem Studium der Technischen Mathematik und der Dissertation in Finanzmathematik an der TU Wien sowie dem Zivildienst beim Roten Kreuz Scheibbs arbeitete er als Händler und Analyst bei der UniCredit. 2009 wechselte er als Finanzchef ins Kabinett von Ministerin Maria Fekter – zuerst im Innen-, danach im Finanzministerium.

2013 wurde er Geschäftsführer der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur, die für das Schuldenportfoliomanagement und die Kassenverwaltung des Bundes zuständig ist. Ende Jänner wurde er vom Ministerrat für das Direktorium der OeNB nominiert und nun von Bundespräsident Van der Bellen für sechs Jahre bestellt.