Renate Grubers Mandat wackelt. Scheibbser Bezirks-SPÖ legt sich auf Renate Gruber als Spitzenkandidatin fest und fordert Platz eins im Wahlkreis. Diesen Platz beanspruchen auch Melk und Amstetten.

Von Markus Glück und Claudia Christ. Erstellt am 04. Juni 2019 (05:01)
SPÖ
Der Bezirk Scheibbs will Nationalrätin Renate Gruber auf dem ersten Wahlkreis-Platz sehen. SP-Bürgermeister Alois Schroll wurde zum Spitzenkandidaten im Bezirk Melk gekürt.

Durch die vorzeitigen Neuwahlen des Nationalrats müssen die Parteien ihre Wahlkreislisten für die Wahlen im Herbst bereits jetzt festlegen. Für den Wahlkreis 3C (Bezirke Melk, Scheibbs und Amstetten) haben dies die SP-Funktionäre aus Melk und Scheibbs bereits getan.

War bei der vergangenen Nationalratswahl die Amstettnerin Ulrike Königsberger-Ludwig Spitzenkandidatin für den Wahlkreis, gefolgt vom Ybbser SP-Stadtchef Alois Schroll, zeichnet sich dieses Mal ein weniger klares Bild ab. Durch den Wechsel von Königsberger-Ludwig als Landesrätin nach Niederösterreich, folgte ihr im vergangenen Jahr die Gaminger Bürgermeisterin Renate Gruber in den Nationalrat nach – trotz Protesten aus dem Melker Bezirk.

Sidl: "Wollen den ersten Listenplatz“

Dort hätte man lieber den Ybbser Stadtchef Alois Schroll im Nationalrat gesehen. Bei der letztwöchigen Melker SP-Bezirkssitzung forderten die Funktionäre für Bezirks-Spitzenkandidat Alois Schroll Platz eins im Wahlkreis 3c. „Wir wollen den ersten Listenplatz“, stellt SP-Bezirksobmann Günther Sidl klar. Damit hätte der Bezirk nach der Wahl wohl ein Mandat sicher.

Selbiges fordern aber auch die Bezirke Scheibbs und Amstetten. So wählten die Scheibbser SP-Funktionäre Renate Gruber einstimmig auf den ersten Wahlkreis-Listenplatz. Wen der Bezirk Amstetten als Spitzenkandidat nominiert, ist noch nicht klar. Gerhard Riegler, Amstettens Stadtparteiobmann, dürfte als Kandidat hoch im Kurs stehen. Fakt ist, die Karten werden neu gemischt.

Laut dem D’Hondtschen System, das sich nach dem Wahlergebnis richtet, hat der Bezirk Amstetten als stimmenstärkster Anspruch auf den ersten Listenplatz. „Wir werden diesen auch einfordern. Das haben wir im Bezirksvorstand so entschieden“, sagt Amstettens Bezirksparteiobfrau Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Doch so einfach will Renate Gruber das Feld nicht räumen: „Ich habe mich nach einem Jahr sehr gut eingearbeitet und will das Mandat für den Bezirk Scheibbs natürlich unbedingt halten“, gibt sie sich kämpferisch.

Terminsuche für Wahlkreiskonferenz

Wann die Wahlkreiskonferenz stattfinden wird, ist noch nicht bekannt. Die Terminsuche läuft derzeit, sie soll aber auf jeden Fall in Amstetten über die Bühne gehen. „Die Entscheidung sollte bis Anfang Juli gefällt werden“, betont Gruber.

Dennoch ist klar: Scheibbs und Melk können den ersten Listenplatz nur dann erzwingen, wenn sie sich auf einen Kandidaten einigen, weil Amstetten die meisten Delegierten hat.