Von Klasse in Direktion: „Man kann etwas bewirken“. Christine Loibl ist seit September intern mit der Leitung der NNÖMS Steinakirchen betraut. Sie wünscht sich Stabilität und Wertschätzung für die Kinder.

Von Anna Faltner. Erstellt am 14. September 2019 (04:34)
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Mit dem Schulbeginn in der vergangenen Woche verlegte Christine Loibl ihren Arbeitsplatz vom Klassenzimmer ins Direktorbüro. Intern wurde sie für dieses Schuljahr mit der Leitung betraut.

Nach mehr als 30 Jahren begann der erste Schultag für Christine Loibl dieses Mal einmal ganz anders. Anstatt in der Klasse zu stehen, sitzt sie jetzt in der Direktion. Nachdem Elisabeth Kellnreiter ihren Ruhestand antritt, wurde Loibl zumindest für dieses Jahr intern mit der Schulleitung betraut.

Die Neue Mittelschule in Steinakirchen ist schon seit 28 Jahren Arbeitsplatz der Zarnsdorferin. Bisher hat sie die Fächer Deutsch und Bildnerische Erziehung gelehrt. Jetzt beschränkt sich das Unterrichten auf wenige Stunden: Drei Stunden Supplierverpflichtung pro Woche. „Die Aufgabe ist natürlich eine ganz andere. Für mich ist es eine große Umstellung. Ich bin sehr gerne Lehrerin, aber als Direktorin hat man wieder neue Möglichkeiten, für die Schule etwas zu bewirken“, sagt die 59-Jährige.

Das gilt auch für die Zeit nach diesem Jahr: Loibl könnte sich sowohl die Funktion der Direktorin, als auch die Rückkehr in den Unterricht vorstellen. Ob ihr das Unterrichten fehlen wird? „Der Kontakt zu den Kindern bestimmt. Momentan steht eben das Organisatorische im Vordergrund.“ Und als Schulleiterin legt sie besonderen Wert auf einen wertschätzenden und gewaltfreien Umgang in der Schule. „Oft fängt Gewalt schon mit Worten an. Unser Auftrag ist es, das im Auge zu behalten. Mit so einem tollen Team kann man aber ohnehin vieles bewerkstelligen“, lobt sie.

Was sie sich allgemein für Schüler, Lehrer und Eltern wünscht, ist Stabilität. Und zwar Stabilität im Bildungssystem. „Die Kinder werden nicht intelligenter, wenn man sie ständig testet und das Bildungssystem umstellt. Das verschlingt nur Energie und Geld. Die Kraftressourcen sollten wir in die Schüler investieren“, betont Loibl.