Scheibbser DJ sorgte in Dubai für Partystimmung

Beruflich ist der 32-jährige Scheibbser Philipp Pflügl als Verkäufer in ganz Österreich unterwegs. In seiner Freizeit ist er begeisterter Feuerwehrmann und Pressesprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos. Doch den größten Bekanntheitsgrad hat er als „DJ Zeus“. Seine DJ-Karriere startete er bei privaten Feiern, beim Scheibbser FF-Fest und dem Ybbser Schulball. Seit 17 Jahren ist er mittlerweile als DJ im ganzen Mostviertel und darüber hinaus unterwegs und sorgt für den richtigen Sound und die perfekte Partystimmung. Am vergangenen Donnerstag und Freitag in Dubai.

Erstellt am 19. Oktober 2021 | 18:19

NÖN: Sie haben in der Vorwoche an zwei Abenden im Drift Beach Club direkt bei „The Palm“ sowie auf einem Partyschiff in Dubai aufgelegt. Wie war das im Vergleich zu DJ-Engagements in Österreich? Wie wird in Dubai Party gefeiert?

DJ Zeus: Mir ist vorgekommen, dass die Hemmschwelle zum Tanzen und Shaken niedriger ist als in Österreich, die Leute schneller auf der Tanzfläche kommen und generell offener sind. Ob es am Flair oder am internationalen Publikum liegt, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall konnte man die so genannten „positive Vibes“ von Anfang an sofort spüren und das ist schon ein guter Nährboden für eine gute Party. In Österreich ist man gewohnt, dass es in den Clubs sehr warm ist, hier hab ich zwei Mal draußen gespielt und es hatte um 22 Uhr abends noch immer um die 32 Grad. Fun Fact: Mir wurde gleich am ersten Abend gesagt, dass DJs vor und während der Performance keinen Alkohol konsumieren dürfen und dies per Gesetz verboten ist. Natürlich habe ich das respektiert und es hat mich auch nicht gestört, aber ich wand es doch sehr witzig – andere Länder andere Sitten eben.

In Dubai gilt generelle Maskenpflicht – auch im Freien und ein Sicherheitsabstand von zwei Metern? Wie streng war das bei diesen Partys?

DJ Zeus: Ja, das stimmt. Es wird auch sehr streng kontrolliert und mit Strafen bis zu umgerechnet 700 Euro geahndet – auch im Freien. Das ist ein wenig mühsam aber man haltet sich natürlich als Gast in einem fremden Land an die dort geltenden Bestimmungen. Das ist meiner Meinung nach ein Zeichen von Respekt. Bei den beiden Partys konnten allerdings die Gäste und auch ich die Masken ablegen, da es quasi eine geschlossene Veranstaltung war.

Wie ist es überhaupt zu diesem Engagement gekommen? Wer hat das eingefädelt?

DJ Zeus: Das Booking ist bei einem Mittagessen mit Norbert Bauer, dem Gründer und Mastermind vom Beatpatrol, zustande gekommen. Nach kurzer Klärung der Rahmenbedienungen war ich dann auch schon im wahrsten Sinne des Wortes an Bord. Völlig unspektakulär eigentlich – aber so war es.

War es ihr erstes Auslandsengagement als DJ?

DJ Zeus: Nach meiner Perfomance bei der X-Jam Maturareise 2019 in Kroatien mit rund 5.000 Maturanten und einem Gig im Süden von Deutschland war es zwar nicht mein erstes Auslandsengagement aber das erste außerhalb Europas.

Warum eigentlich DJ Zeus? Was hat es mit diesem Namen auf sich?

DJ Zeus: Das werde ich öfters gefragt (lacht). Den Spitznamen „Zeus“ bekam ich im Alter von zirka 14 Jahren. Als ich dann das erste Mal öffentlich auflegte und gefragt wurde, was für einen DJ-Namen sie auf das Plakat schreiben sollten, sagte ich, dass wir DJ Zeus nehmen, bis mir was Bessers einfällt. Dies ist jetzt 16 Jahre her und mir ist noch immer nichts Besseres eingefallen - ich glaube der Name wird mir bleiben.

Beruflich gibt es ja auch Neuigkeiten bei Ihnen?

DJ Zeus: Ja genau. Ich erfülle mir einen Traum und mache mich mit Anfang des Jahres selbstständig und gründe das Unternehmen „Zeus Production“ als Dach-Marke. Die Vorbereitungen sind dazu schon im vollen Gange. Neben dem Auflegen und einem Musik-Kabarett, dass ich mit Max Mayrhofer schreibe und wir hoffentlich – so Corona will – Anfang bis Mitte des Jahres auf die Bühne bringen, produziere ich gerade mit Rainer Neuwirth von myproduct.at einen eigenen Super-Premium Vodka Namens Klarheit Hoch 10, der noch heuer auf den Markt kommen soll. Das lässt sich auch gut mit meinen Cocktail-Workshops und Einschulungen für Lokale, Schulen aber auch für Privatfeiern wie z.B. bei Geburtstagen oder Polterer, kombinieren. Als viertes Standbein, wenn man das so sagen kann, gründe ich eine Social-Media-Agentur und biete damit die Betreuung von Sozialen Medien wie etwa Facebook, Instagram aber auch Homepages für Betriebe mit Zielgruppenanalyse, Online-Marketing-Konzepten, Produktfotografie usw. an, um deren Reichweite zu erhöhen.

Daneben sind Sie bei der Feuerwehr engagiert. Passt das zusammen?

DJ Zeus: Ich muss ehrlich zugeben, dass ich ohne meiner Mitgliedschaft bei der Feuerwehr wahrscheinlich nicht hier wäre, wo ich gerade bin. Einer meiner ersten öffentlichen Auftritte als DJ war beim Magdalenenfest in Scheibbs. Dort habe ich dann über zehn Jahre lang auflegt. Bei der Feuerwehr bekleide ich das Amt des Bezirkssachbearbeiters für Öffentlichkeitsarbeit und in der Feuerwehr Scheibbs und bin somit, für die Pressearbeit und die Berichterstattung von Ereignissen und Tätigkeiten zuständig. Aufgrund der guten Zusammenarbeit meines Teams mit Markus Wickl, Matthias Seifert und Thomas Wagner lässt sich dies gut vereinbaren und erlaubt es mir, aktiv zu sein und mich sozial und ehrenamtlich zu engagieren, auch wenn ich nicht immer vor Ort bin.

Wie sehr Philipp Pflügl steckt in DJ Zeus – oder umgekehrt?

DJ Zeus: Gute Frage. Mit den Jahren und den damit wachsendem Netzwerk möchte ich darauf achten, dass nicht zuviel Zeus bzw. DJ Zeus durchkommt, da es Situationen gibt, in denen ich Philipp Pflügl sein möchte und hier Zeus einfach keinen Platz hat. Dies ist mir in den letzten Jahren in meinem Beruf aber auch privat des Öfteren aufgefallen. DJ Zeus ist quasi wie eine Rolle, in die ich schlüpfe. Ich möchte mir aber auch die Freiheit nehmen, diesen Umhang immer wieder ablegen zu können, um einfach Philipp Pflügl sein zu können.