Straßensperre sorgt für Ärger. Ungewohnt scharfe Töne gibt es in Oberndorf in Richtung Bürgermeister vom SPÖ-Team. Grund: die Sperre der B29.

Von Christian Eplinger und Karin Katona. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:01)
Von 6. Juli bis 6. September wäre die Sperre der B29 vorgesehen.
SPÖ Oberndorf

„Der Bürgermeister muss handeln! Totalsperre der B29 – untragbar!“ Mit ungewohnt scharfen Tönen greift das SP-Team von Martin Gassner ein Thema im Ort auf, das seit Montag der Vorwoche heiß diskutiert wird: die Totalsperre des 700 Meter langen Teilstückes der B29 vom Hühnerhof Gerstl bis zur Ortseinfahrt Oberndorf, die auch den Kreuzungsbereich mit der L89 einschließt. Von 6. Juli bis 6. September ist die Totalsperre vorgesehen.

„Viel zu lange – das ist unzumutbar. Bei der Umfahrung Wieselburg errichtet man zig Ausweichstraßen. Bei uns sperrt man eine wichtige Verbindung für zwei Monate. Das geht nicht. Hier müssen Ampelregelungen her. Gegen kurzfristige Sperren sagt keiner etwas, aber nicht zwei Monate“, kritisiert Gassner. Vor allem seien die Ausweichrouten, etwa über die alte Purg-staller Straße, viel zu weitläufig. „Für ein 700-Meter-Stück müssen die rund 270 Bewohner der Routen Koppendorf, Reitl, Pfoisau, Perwarth, Oberhub und Weisse eine sieben bis sogar 18 Kilometer lange Umleitung über Purgstall oder St. Georgen Schussgraben fahren. Besonders betroffen sind die Landwirte bei der Ernte. Auch unser einziger Lebensmittelhandel leidet darunter“, sagt Gassner und fordert VP-Bürgermeister Walter Seiberl auf, sich für eine neue Variante einzusetzen.

"Bei der Umfahrung Wieselburg errichtet man zig Ausweichstraßen. Bei uns sperrt man eine wichtige Verbindung für zwei Monate. "Martin Gassner

Die in den ersten Tagen oft benutzte Ausweichroute über die Griesgasse sei laut Gassner keine passende Option und daher jetzt auch zurecht gesperrt worden. „Das war für die Anrainer dort untragbar. Da hat das Geschirr am Küchentisch gezittert, wenn die Autos und Lkws vorbeigedonnert sind“, sagt Gassner.

Bürgermeister Walter Seiberl verweist auf den geringen Handlungsspielraum der Gemeinde: „Die Sperre ist nicht Sache der Gemeinde, sondern der Bezirkshauptmannschaft. Das müsste die SPÖ eigentlich wissen. Und zu der vorangegangenen Verkehrsverhandlung waren neben der Gemeinde auch Interessensvertreter der Bauernkammer und Arbeiterkammer eingeladen – erschienen sind diese nicht.“

Dennoch ist der Ortschef um eine für alle passende Lösung bemüht. Ein nochmaliges Gespräch mit Vertretern der BH, Gemeinde, Straßenverwaltung, der Baufirma und der Polizei sei bereits anberaumt. Viele Hoffnungen macht sich Bürgermeister Seiberl nicht: „Das Straßenstück ist so desolat, dass der gesamte Unterbau neu gemacht werden muss. Für eine einspurige Ampellösung ist die Straße zu schmal. Wir haben schon damals Bedenken gegen eine Totalsperre geäußert, weil es so wenige Umfahrungsmöglichkeiten gibt. Aber der Verkehrssachverständige hat so entschieden.“