Andreas Buder: „Würde Job gerne wieder machen“

Über acht Jahre lang war Andreas Buder Geschäftsführer der Ötscherlifte. Mit der Landesübernahme ist er seinen Job los – vorerst zumindest. Denn der 42-jährige Göstlinger wird sich für den vom Land ausgeschriebenen operativen Geschäftsführerposten für Hochkar und Ötscher bewerben.

Erstellt am 08. Januar 2022 | 05:52
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Den verspäteten Saisonstart in diesem Jahr am Samstag, 11. Dezember, machte Andreas Buder noch als Geschäftsführer der Ötscherlifte mit. Elf Tage später war er seinen Job los.
Foto: FotoLois.com/Alois Spandl

NÖN: Die letzten Wochen waren für viele Menschen in der Region ein extremes Wellental der Gefühle – auch für Sie. Noch dazu waren Sie mittendrin involviert.

Andreas Buder: Ja, es waren sehr intensive und emotionale Wochen für mich. Erst war es das Schließen des Skigebiets, dann die persönlichen Kündigungen von teils langjährigen Mitarbeitern und dann die Wende mit der Übernahme der Schröcksnadel-Anteile beim Hochkar und Ötscher durch die ecoplus Alpin GmbH. Es mussten Kündigungen rückabgewickelt werden, die erste Beschneiungsphase hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon verpasst, Saisonmitarbeiter mussten vom Hochkar wieder zurückgeholt werden und vieles, vieles mehr.

Sie haben das emotionale Wellental angesprochen, das Sie durchlebt haben. Wie kann man sich das vorstellen?

Buder: Weil es mich persönlich auch direkt betroffen hat. Ich war zwar Vertreter der Schröcks nadel-Gruppe, aber direkt Angestellter der Ötscherlifte. Mit der Übernahme durch das Land wurde klar kommuniziert, dass die Geschäftsführung neu ausgeschrieben werden muss. Natürlich dauerte es einige Wochen, bis formal alles über die Bühne war. Seit 22. Dezember bin ich vom Dienst freigestellt und seit wenigen Tagen auch gekündigt. Am Anfang zieht es einem da den Boden un ter den Füßen weg – vor allem weil ich den Job mit viel Herzblut gemacht habe, aber ich habe gelernt, damit umzugehen, und richte den Blick nach vorne. Für mich waren es insofern heuer so ruhige Weihnachten wie schon seit acht Jahren nicht mehr.

Bevor wir in die Zukunft blicken, machen wir noch einen Blick zurück. Was wird Ihnen in Erinnerung bleiben?

Buder: Da ist so viel passiert, dass es ganz schwer ist, alles in wenigen Zeilen zusammenzufassen. Aber von schmerzlichen Todesfällen innerhalb der Mannschaft bis hin zum ersten Weltcuprennen in Lackenhof ist das Spektrum groß. Einmal hat man den Jahrhundertwinter mit vielen zufriedenen Gästen, Firmenskitagen, Trainingseinheiten und Rennen der Vereine. Im anderen Jahr keinen Betrieb an den Weihnachtsfeiertagen, weil der Regen zugeschlagen hat, und unzufriedene Gäste wegen gesperrter und nicht beschneiter Pisten. Nicht zu vergessen die Herausforderung mit Tourengehern – von der gesamten Pistensperre hin zu beschilderten Routen und Tourenabenden. Der 3D-Bogenparcours samt Verleih, der mittlerweile zu den attraktivsten Österreichs zählt, die vielen Tourismussitzungen, bei denen es oft um die Gesamtentwicklung der Region, aber auch um der von Lackenhof ging.

Während Rainer Rohregger und Helmut Holzinger, die beiden Geschäftsführer der Hochkar Bergbahnen, als Vorstandsdirektoren der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen normal in der Schröcksnadel-Gruppe weiterarbeiten, steht ihre berufliche Zukunft in den Sternen. Werden Sie sich für den ausgeschriebenen operativen Geschäftsführerposten für Hochkar-Ötscher bewerben?

Buder: Ja, das werde ich. Es ist ja auch so, dass ich mir als Geschäftsführer nichts vorzuwerfen habe. Ich habe die Ötscherlifte länger geführt als jeder andere Geschäftsführer in der Schröcksnadel-Ära. Das ist ein Zeichen, dass ich nicht alles falsch gemacht haben kann, sonst hätte ich mich in der Privatwirtschaft nicht gehalten. Wir hatten auch Budgets und Zielvorgaben. Ich bin ja nicht gekündigt worden, weil meine Leistung nicht gepasst hätte, sondern weil es einen Eigentümerwechsel gab und es rechtlich daher notwendig wurde.

Wenn es mit der Bewerbung nichts wird, gibt es schon berufliche Alternativen für Sie?

Buder: Der Blick ist nach vorne gerichtet. Ich konzentriere mich jetzt auf die Bewerbung. Ich würde den Job gerne wieder machen. Sollte es nichts werden, dann werden sich andere Dinge auftun. Wo eine Tür zufällt, geht eine andere auf.