Caritas: Menschen schätzen Sozialstation vor Ort. Präsentation der Jahresbilanz 2018 zeigt Steigerung der Einsatzstunden um fünf Prozent gegenüber 2017.

Von Karin Katona. Erstellt am 21. Februar 2019 (04:20)
Katona
Caritas-Regionalleiter Johannes Hofmarcher, Einsatzleiterin Birgit Schoder (Purgstall), die Caritas-Mitarbeiterinnen Helga Daxberger und Sonja Koch sowie Einsatzleiterin Gabriela Zoufal (Scheibbs) und Bürgermeister Harald Riemer (von links) bei der Präsentation der Jahresbilanz. Die Purgstaller Sozialstation sucht dringend diplomiertes Personal, Vollzeit oder Teilzeit ab fünf Stunden.0676/83844233

Nur Erfreuliches hatte Caritas-Regionalleiter Johannes Hofmarcher bei der Präsentation des Jahresrückblicks 2018 für den Bezirk Scheibbs in der Sozialstation Purgstall vergangenen Donnerstag zu berichten. 94 Mitarbeiterinnen haben im vergangenen Jahr im Bezirk 504 Kunden betreut und insgesamt 68.480 Einsatzstunden geleistet. Das ergibt eine Steigerung gegenüber 2017 von fünf Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2018 mit Dienst- und Privatautos 551.881 Kilometer gefahren.

Im Bezirk Scheibbs hat die Caritas mit ihren Sozialstationen in Scheibbs, Purgstall, Wieselburg (Erlauftal) und Reinsberg (Kleines Erlauftal) einen Marktanteil von 49 Prozent. Die Steigerung sei, gibt Hofmarcher zu, einerseits ein Grund zu großer Freude, andererseits eine große Herausforderung für das kommende Jahr: „Wir wollen in der Betreuung keinen Qualitätsverlust.“

„Die Caritas ist nicht nur ein treuer Arbeitgeber, wir haben auch sehr treue Mitarbeiter.“Caritas-Regionalleiter Johannes Hofmarcher

Zentralisierung, so versichert Regionalleiter Hofmarcher, sei für die Caritas kein Thema: „Ganz im Gegenteil: Unsere Menschen schätzen die Sozialstationen vor Ort.“ Große Strukturen seien auch für die Mitarbeiter kontraproduktiv: „Ist das Einzugsgebiet und damit die Anzahl der Mitarbeiter zu groß, passt der Rahmen für die Zusammenarbeit nicht.“ Die Stärke der Caritas sei der Zusammenhalt ihrer Mitarbeiter: „Bei uns wird Gemeinschaft noch gelebt. Wir pflegen einen wertschätzenden Umgang untereinander und mit unseren Kunden. Das schafft ein Klima, in dem man gern arbeiten geht.“

Ein Grund, warum die Caritas nicht nur ein treuer Arbeitgeber sei, sondern sich auch über treue Mitarbeiter freuen dürfe: „Kündigungen sind eine Seltenheit.“ Stattdessen begrüßt man immer wieder „Rückfluter“, ehemalige Caritas-Mitarbeiter, die nach einem Zwischenspiel als Angestellte in einem Heim wieder zur Caritas zurückkehren: „Das zeigt uns, dass die Menschen uns als Arbeitgeber schätzen.“ Mit Personalmangel kämpfen die Hilfsdienste, also auch die Caritas, dennoch: „Auch, wenn die Stationen sich gegenseitig aushelfen, kann es zu Engpässen kommen. Dann kommt es zu Wartelisten.“ Besonders diplomiertes Personal, weiß Birgit Schoder, die Einsatzleiterin der Sozialstation Purg-stall, werde immer gebraucht: „Wir suchen für die Sozialstation Purgstall dringend diplomierte Kräfte, sowohl Vollzeit als auch Teilzeit, von fünf Stunden aufwärts ist alles möglich.“

Für Hofmarcher war es sein letzter Jahresrückblick: „Ich gehe im Herbst in Pension. Ich bin etwas wehmütig, aber ich fühle mich privilegiert, eine so schöne Aufgabe gehabt zu haben.“