Nach Brandkatastrophe: „Abends kommt Erlebtes zurück“. Hoffnung für Familie: Eine neue Wohnung ist organisiert, der Vater wird am Mittwoch aus dem Spital entlassen.

Von Karin Katona. Erstellt am 03. März 2021 (05:19)
Kilian, Lena und Elias mit ihrer Oma Sylvia Killik. Seit Mittwoch ist auch Papa David wieder bei seinen Lieben. Im Moment lebt die Familie auf dem Mostlandhof, hat aber schon eine neue Wohnung gefunden.
Katona

Noch unter Schock durch den verheerenden Brand, der ihre Existenz vernichtete, aber doch wieder vorsichtig optimistisch, ist die Purgstaller Familie Halmschlager.

Vater David Halmschlager hat sich im Wiener AKH sogar rascher erholt als erwartet und wird diesen Mittwoch entlassen. „Die Brandwunden sind jetzt soweit verheilt, dass sie im Landesklinikum Scheibbs ambulant versorgt werden können“, berichtet seine Mutter Sylvia Killik.

Die zehnjährige Lena und ihre Brüder, der achtjährige Kilian und der sechsjährige Elias, haben mit ihrer Oma bei Familie Selner nach dem Brand auf dem Mostlandhof Aufnahme gefunden. „Psychisch geht es den Kindern den Umständen entsprechend gut“, sagt Sylvia Killik.

Besonders Kilian habe in den Nächten nach dem Brand mit Ängsten zu kämpfen gehabt. „Abends ist das Erlebte zurückgekommen. Vor dem Einschlafen hat er mich immer wieder gefragt, ob kein Feuer kommt“, sagt Sylvia Killik.

„Ich bin einfach nur überwältigt von der Hilfsbereitschaft.“ Sylvia Killik, Großmutter der Brandopfer

„Hier auf dem Mostlandhof sind sie tagsüber abgelenkt, können sich draußen austoben. Seit Montag sind Kilian und Lisa auch wieder in der Schule, Elias im Kindergarten.“ Bis zu einem normalen Alltag werde es aber noch länger dauern.

Von der Hilfsbereitschaft, die die Familie nach der Brandkatastrophe erlebt hat, ist Sylvia Killik „einfach nur überwältigt. So viele Menschen haben mich angerufen und Hilfe angeboten, dass ich den Überblick verloren habe.“

Elisabeth Selner hat die Familie nicht nur auf dem Mostlandhof aufgenommen, sondern dort auch die Sachspenden gesammelt und sortiert. „Sachspenden brauchen wir vorerst keine mehr“, sagt Selner. „Kleidung, Spiel- und Schulsachen für die Kinder haben wir bereits genug. Falls noch einmal etwas Bestimmtes gebraucht werden sollte, werden wir uns melden.“

Auf die Suche nach einer neuen Wohnung für Familie Halmschlager hat sich Bürgermeister Harald Riemer gemacht. „Wir haben jetzt ein neues Zuhause im Haus von Herbert Gamsjäger in der Purgstaller Jubiläumsstraße gefunden“, freut sich der Ortschef. Die Firma Busatis hatte eine mietfreie Dienstwohnung angeboten. „Wir wissen das Angebot sehr zu schätzen“, sagt Sylvia Killik. „Aber da es auf ein Jahr beschränkt ist, haben wir uns für die andere Wohnung entschieden, wo wir auch wirklich längerfristig bleiben können.“

Zufrieden ist auch Manuel Haselsteiner vom Verein Sirius, der das Spendenkonto für die Familie eingerichtet hat und verwaltet: „Durch unsere langjährige Partnerschaft mit dem Verein Hilfe im eigenen Land – Katastrophenhilfe Österreich können wir die Familie auch längerfristig betreuen und den Kindern einen guten Start ins selbstständige Leben ermöglichen.“ Hilfe im eigenen Land organisiert auch Patenschaften für Kinder.

Wer finanziell Hilfe leisten möchte: Das Spendenkonto lautet auf: Verein Sirius – IBAN: AT46 3293 9000 0082 3716.