Waldspielgruppe bietet „Urspiel“ in der Natur. Schon seit Herbst verbringen Kleinkinder jeden Mittwoch – bei jeder Witterung – im Wald.

Von Anna Faltner. Erstellt am 07. März 2019 (06:10)

Wurzeln, Steine und freie Gewässer – all das wartet jeden Mittwoch auf die sieben Kinder der Waldspielgruppe im Reinsberger Wald. Denn dort trifft sich seit Herbst die Waldspielgruppe des Vereins „WaldFreiRaum“. Treffpunkt ist am Vierkanterhof der Familie Sieland in Kerschenberg, dann geht es gemeinsam in den Wald. Und dort gibt es mit Sitzkreis, Heu-Trampolin und einer kleinen Schutzhütte genügend Möglichkeiten zum Austoben und Rasten. Das Spannende daran: Gespielt wird bei jeder Witterung – auch im Winter bei Minusgraden. Lediglich falls es stürmen sollte, verlegt sich die Waldspielgruppe in den Vierkanthof.

„Sie lernen jedes Wetter kennen. Das wirkt sich positiv auf Körper und Psyche aus. Und von der frischen Luft profitiert das Immunsystem“, betont Gruppenleiterin Hannah Laumer. Die Elementar-, Natur- und Waldpädagogin hat den Verein „WaldFreiRaum“ im Vorjahr gemeinsam mit Ulla Sieland und Regina Traunfellner-Kugler ins Leben gerufen.

Im Fokus stehen das Sammeln erster elementarer Naturerfahrungen, das Erkunden des Waldes, Reime, Lieder, Geschichten und das freie Spiel im Wald. Und wie wirkt sich das auf die Entwicklung der Kinder aus? „Durch das Bewegen im Wald lernen sie viel bewusster, ihre motorischen Fertigkeiten einzusetzen, Grob- und auch Feinmotorik profitieren stark davon“, erzählt Laumer.

Wichtig ist auch das Ausleben der Kreativität. „Wir haben keine gewöhnlichen Spielsachen. Bei uns wird mit allem gespielt, was im Wald zu finden ist. Das nennt sich Urspiel“, erklärt die Waldpädagogin. Die sieben Kinder (unter drei Jahren) kommen übrigens aus mehreren umliegenden Gemeinden.

Momentan treffen sich in der Spielgruppe nur Kinder unter drei Jahren – gemeinsam mit ihren Eltern. In naher Zukunft soll das Angebot aber noch erweitert werden. „Mit dem Kindergartenjahr 2019/20 wollen wir auch einen Waldkindergarten gründen“, verrät Laumer. Dort sollen die Kinder anstatt des elementaren Kindergartens auch fünf Tage die Woche betreut werden. „Das Interesse daran ist sehr groß. Wir müssen aber erst abwarten, wie das Vorhaben gefördert wird. Davon hängt es eigentlich ab“, informiert sie.

Eine weitere Idee, die sie mit dem nächsten Kindergartenjahr gerne in die Tat umsetzen wollen, ist eine Nachmittagsbetreuung an einem Tag pro Woche. „Da können auch Kinder aus dem gewöhnlichen Kindergarten für einen Tag zu uns kommen“, erzählt Vereinsmitglied Regina Traunfellner-Kugler. Sie absolviert selbst gerade die pädagogische Ausbildung „Entwicklung begleiten“.

Informationen

Wo: Waldstück mit Hütte
zwischen Scheibbs und Reinsberg
Infos: Hannah Laumer, 0650/ 8918494; hlaumer@hotmail