Amtsleiterin Plank: „Menschen werden mir abgehen“. Nach 44 Jahren auf dem Oberndorfer Gemeindeamt geht Amtsleiterin Juliana Plank mit 1. Juni in Pension.

Von Karin Katona. Erstellt am 03. Juni 2020 (14:18)
Vizebürgermeisterin Brigitte Reinhardt, Amtsleiterin Juliana Plank, ihre Nachfolgerin Monika Höbarth und Bürgermeister Walter Seiberl (von links).
Gerhard Rötzer

Juliana Plank hat in ihrer Karriere so manche Männerdomäne erobert. Die NÖN sprach mit der Amtsleiterin an ihrem letzten Arbeitstag.

NÖN: 44 Jahre im Dienst der Gemeinde – ein kurzer Rückblick?

Plank: Ich habe viele Stationen im Gemeindeamt durchlaufen, war seit 1984 Standesbeamtin, im Meldeamt, im Bauamt, und seit 2004 Amtsleiterin.

Man trifft immer noch wenige weibliche Amtsleiter – warum?

Plank: Vielleicht werden Frauen nicht so ermutigt, sich für so einen Job zu bewerben, und trauen es sich dann auch weniger zu. Aber ich hatte das Glück, dass man hier in Oberndorf in diesen Dingen immer sehr fortschrittlich und offen war.

Apropos fortschrittlich: Sie waren ja auch eine der ersten Standesbeamtinnen im Bezirk?

Plank: Stimmt, und auch deswegen, weil man mir das zugetraut hat. Aber man muss natürlich selbst auch wollen und an sich arbeiten. Damals gab es auch noch nicht so viele Ausbildungen, man musste sich vieles selbst erarbeiten.

Was zum Beispiel?

Plank: Heute gibt es für Standesbeamte Rhetorikkurse, damals musste man sich selbst weiterbilden.

Ist Ihnen das leicht gefallen?

Plank: Ja, weil ich hier meistens mindestens einen der Brautleute kenne und daher die Dinge persönlich gestalten kann – was ich sehr wichtig finde und gern tue.

Was ist das Schöne an einem Job auf dem Gemeindeamt?

Plank: In so einem kleinen Ort wie unserem kennt jeder jeden. Alles läuft sehr persönlich ab. Der Kontakt mit den Menschen war immer das Schöne. Das wird mir schon abgehen. Aber man trifft sich ja weiterhin.

Berufe mit Menschenkontakt gibt es ja viele. Warum aber gerade die Gemeinde?

Plank: Weil man da das Leben im eigenen Ort mitgestalten kann. Zum Beispiel für junge Leute gute Zukunftsaussichten schaffen, indem man sich um die Aufschließung neuer Baugründe kümmert. Das war mir immer ein besonderes Anliegen.

Hat es in diesen 44 Jahren auch Krisen gegeben?

Plank: Nichts, was wir nicht gemeinsam bewältigen hätten können. Ich habe ein tolles Team, alle arbeiten perfekt zusammen, und auch im Gemeinderat ist das so.

Tut der Abschied jetzt weh?

Plank: Ein wenig emotional war es schon. Aber ich freue mich auf mehr Zeit mit meinem Lebensgefährten, für Sport, Haus und Garten.