Scheibbs

Erstellt am 13. November 2018, 03:40

von Christian Eplinger

Jack the Ripper-Theater: "Das wollen Sie nicht wissen". Famose Inszenierung und tolle schauspielerische Leistungen. Zu Recht Standing Ovations bei der Premiere.

Dass das „Schauspiel Scheibbs“ unter der Regie und Leitung von Christina Meister-Sedlinger zu Großem fähig ist, hat die Truppe schon mehrmals bewiesen. Im diesjährigen Theaterherbst von scheibbs impuls.kultur wachsen Meister-Sedlinger und Co. erneut über sich hinaus.

Das „Schauspiel Scheibbs“ entführt im November 2018 in den November Londons im Jahr 1888. Im Elendsviertel Whitechapel treibt ein brutaler Killer sein Unwesen und sorgt für Angst und Schrecken. „Jack – eine kriminalistische Phantasie über Jack the Ripper von Cornelia Wagner“ beruht auf den realen Ereignissen um den nie gefassten Frauenmörder Jack the Ripper. Auch in Scheibbs darf sich das Publikum nach dem Stück die Frage stellen, wer der Serienkiller ist, der Inspector Frederick Abberline von Scotland Yard (sehr gut gespielt von Hans Huber) und den Local Inspector Edmund Reid (Kurt Tutschek, enorm textsicher) vor sich hertreibt. Denn nach seinem letzten Mord an der ehemaligen Prostituierten Mary Jane Kelly (grandios Christina Meister-Sedlinger) verschwindet er von der Bildfläche.

Ist es Joseph Barnett, der Lebensgefährte von Mary Jane Kelly (großartig gespielt von Christoph Eckel), der von dieser für ihre Hurenfreundinnen Julia (Barbara König) und Lizzie (Johanna Huber) vor die Tür gesetzt wird? Oder doch der geheimnisvolle Fremde, dargestellt von Mathias Pichler, der ein gelungenes Scheibbs-Debüt feiert? Oder haben doch Vermieter John McCarthy (Gerhard Bürbaumer), der mittellose Geoge Hutchinson (Bert Scheiblauer) oder Straßenmusiker Francis (Franz Schaufler) etwas zu verbergen? Oder wie weit geht der sensationslüsterne Reporter des „Star“ Robert Simmons (Harald Krammer) für eine gute Geschichte wirklich?

Intensiven Proben machten sich bezahlt

Bei der Premiere gab es Standing Ovations des begeisterten Publikums, in dem sich auch die deutsche Autorin des Theaterstücks Cornelia Wagner befand. Die intensiven Probenarbeiten – seit April – machten sich bezahlt. Perfekt auch das aufwendige Bühnenbild von Gerhard Zulechner und Walter Ernst sowie die Tontechnik und Sounds von Martin Sedlinger. Alles in allem ein wunderbarer, schauriger, sehr professioneller Theaterabend.