Scheibbs

Erstellt am 23. Mai 2018, 04:00

von Raimund Holzer

Kulturpreis für Jugendinitiative "Proberaum". Vor zehn Jahren wurde der Jugendkulturverein Proberaum gegründet. Anfangs skeptisch beäugt, hat er sich beachtlich entwickelt.

Am Ende gab es viele strahlende Gesichter: Die Freude bei den Mitgliedern des Vereins Proberaum war groß, wenngleich auch da und dort noch immer leise Zweifel blieben. Was? Wir? Ehrlich jetzt?

Der 19. Kulturpreis, der von der Stadtgemeinde Scheibbs vergeben wurde, war nun der erste, der an eine Jugendinitiative ging. Zu Beginn jährlich, nun im Zweijahresrythmus wählt eine unabhängige Jury Personen, Gruppen oder eben Vereine aus, die sich auf ganz besondere Weise um die Kultur in der Bezirksstadt verdient gemacht haben. Für einen Ort, der sich gerne Kulturstadt nennt, ein zweifellos guter Ansatz, um solcherlei Aktivitäten zu fördern.

„Die Eröffnung der Intertonale mit dem großen Konzert auf der Bühne am Rathausplatz erinnert ja fast an die Festwochen.“Josef Kammerer, Laudator

Bürgermeisterin Christine Dünwald (ÖVP) freute sich besonders, dass es dem Proberaum mit der „Intertonale“ gelungen ist, eine überregional, ja international bemerkenswerte Workshop-Reihe zu etablieren, die natürlich auch gerne als kleines Festival gesehen wird, das an die legendären Jazzwochen-Zeiten in Scheibbs erinnert – auch wenn sich die kulturellen Ansätze doch stark unterscheiden.

Von „spannenden Eindrücken“, die schon die Musikauswahl für den Festabend vermittelten, sprach Landtagsabgeordneter Anton Erber, während Laudator Josef Kammerer, ebenfalls Inhaber des begehrten Preises, gewohnt launig die Festrede hielt.

Die jährliche Eröffnung der Intertonale mit einem großen Konzert auf der Bühne am Rathausplatz erinnere ihn beinahe an die Wiener Festwochen, sagte Kammerer – was ja kein Wunder bei solch klingenden Namen auf der Bühne sei. So werde heuer die Band Leyya, unterstützt von der Stadtmusik Scheibbs, die Intertonale eröffnen. Der Band wurde vor wenigen Tagen im ARD-Magazin Startrampe ein großer Beitrag gewidmet.

Das Duo „St.Off“ – Thomas Grimm und Sara Zlanabitnig – entführte die Besucher der Kulturpreisverleihung imhistorischen Sitzungssaal der Stadtgemeinde Scheibbs in die sphärische Welt digitaler Klangbilder.  |  NOEN

Für den Proberaum ergriffen der derzeitige Obmann, Tobias Pöcksteiner, sowie seine Stellvertreterin Stefanie Chirila das Wort. „Jazz bedeutet Offenheit für Neues“, zitierte Pöcksteiner seinen Lehrer an der Anton Bruckner Privatuniversität, Christoph Czech. Dieser Satz sage viel über den Proberaum aus. Und auch Stefanie Chirila hob die Offenheit hervor, mit der neue Mitglieder im Verein empfangen werden.

Bei der Gründung vor zehn Jahren habe es in Scheibbs doch einige Skepsis gegeben, die durch konsequente, hochqualitative Kulturarbeit der ersten Mitglieder um Gerald Zagler, Werner Butter und Alexandra Woller jedoch im Lauf der Zeit beinahe verschwunden sei.

„Die drei haben quasi das Grundgerüst für den Proberaum, wie er heute dasteht, gebaut. Darüber sind wir alle sehr froh, und es ist sicher nicht nur für mich sehr schön, einen Platz in dieser Organisation gefunden zu haben“, streute Chirila den Initiatoren Rosen.

Einige Proberaum-Mitglieder der ersten Stunde konnten mittlerweile beachtliche berufliche Erfolge erzielen. An der Spitze wohl Georg „Schorsch“ Feierfeil, laut Laudator Josef Kammerer aufgehender Stern am österreichischen Grafiker-Himmel, Musiker Alex Löwenstein oder auch Designer Clemens Auer.

Die Übergabe des Kulturpreises wurde von tosendem Applaus begleitet.