Neues Konzept: Allwetterbad wird zur „Wanne“. Das Scheibbser Allwetterbad hat ausgedient. Ab Mai geht man in die „Wanne“. Gemeinderat gab grünes Licht.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 05. März 2019 (05:27)
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Riesiger Erfolg für die drei Studenten der New Design University St. Pölten: Jacqueline Martinovic, Janis Czapka und Philipp Hesselberger holten mit dem Projekt „Wanne Scheibbs“ den Sieg in der Kategorie Creative Student beim ersten Creative Business Award. WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und Landesrätin Petra Bohuslav gratulierten.

436.000 Euro betrug im Rechnungsabschluss 2016 noch das Budgetloch, dass das Scheibbser Allwetterbad verursachte. Im Vorjahr konnte dieser Abgang auf 343.000 Euro reduziert werden. „Die Erhöhung der Eintrittspreise, Einsparungen beim Energieverbrauch und das Mitwirken der Badretter haben sich positiv für uns als Gemeinde ausgewirkt“, betonte der zuständige Ausschussobmann SP-Stadtrat Adi Wagner in der Gemeinderatssitzung vergangenen Mittwoch.

Dieser Abgang soll aber künftig noch niedriger werden. Denn das Scheibbser Allwetterbad steht vor einer völligen Neupositionierung. Der Gemeinderat gab zu dem geplanten Leader-Projekt am Mittwoch grünes Licht: Aus dem Allwetterbad wird die „Wanne Scheibbs“. „Ein mutiger Schritt, aber wenn wir unser Bad vor allem bei den Jugendlichen wieder zu einem Treffpunkt machen wollen, dann müssen wir diesen gehen“, ist Wagner überzeugt.

Mathias Reischer/privat
Mit auffälligen Werbesujets und unterhaltsamen Merchandise-Produkten wie diesen T-Shirts soll der größten „Freilufthallenwanne der Welt“ ein neues Image verpasst werden.

Die Idee und das Konzept für diese Neupositionierung stammen von Jacqueline Martinovic (21 Jahre, aus Schwechat), Janis Czapka (21 Jahre, aus Wien) und Philipp Hesselberger (30 Jahre, aus Purgstall). Die drei sind Studenten der New Design University St. Pölten (NDU) und haben mit dem Projekt „Wanne Scheibbs“ in der Vorwoche auch den erstmals von riz up, der Gründeragentur des Landes, und der NDU ausgeschriebenen Creative Business Award in der Kategorie Students gewonnen. 180 Projekte in drei Kategorien waren eingereicht worden.

Mathias Reischer/privat
Mit auffälligen Werbesujets und unterhaltsamen Merchandise-Produkten wie diesen T-Shirts soll der größten „Freilufthallenwanne der Welt“ ein neues Image verpasst werden.

„Dieser Award und auch die reale Umsetzung unseres Projekts sind ein riesiger Erfolg für uns, mit dem wir nie gerechnet hätten, als wir im April des Vorjahres im Zuge der Präsentationen für unsere Abschlussprojekte erstmals mit dem Scheibbser Bad konfrontiert worden sind“, schildert Jacqueline Martinovic der NÖN. Eva Hottenroth, Obfrau der Badretter, hat damals den Auftrag vorgestellt und die drei Studenten in ihren Bann gezogen. Allen voran Philipp Hesselberger, der das Scheibbser Bad persönlich schon kannte.

Doch auch seine beiden Studienkolleginnen waren schnell von dem Projekt begeistert. Vor allem, als man mit dem Namen „Wanne“ in völlig neue kreative Sphären eintauchte. „Wir verwarfen unseren geplanten Art-deco-Stil und setzten voll auf unser neues Leitmotiv der (Bade-)Wanne. Passend zu unserer Zielgruppe, den Jugendlichen sowie den Familien, soll die Wanne nicht angepasst oder fad sein, sondern offen für Neues, spontan und cool. Die Wanne wurde zu unserem Key-Visual, das sich durch alle Bereiche zieht“, erklärt Martinovic.

Der Name soll dabei künftig auch bildhaft interpretiert werden. „Wenn Scheibbs eine Wohnung wäre, dann wäre das Scheibbser Bad das Badezimmer beziehungsweise die Badewanne“, erläutert Martinovic weiter. So soll die Wanne künftig zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt werden und ein Gemeinschaftsgefühl schaffen.

Unterhaltsame Merchandise-Produkte wie etwa T-Shirts, entsprechende Werbemaßnahmen (Internet- und Facebookauftritt, Folder und Plakate) sowie Events mit lokalen Bands, Open Air-Kinoabende und die bessere Einbeziehung von Skater- und Beachvolleyballplatz sollen dazu beitragen. Auch mit der Konditorei Reschinsky will man Gespräche über ein eigenes Wanne-Eis führen.

Ab Mai geht man damit künftig in die „Wanne“.

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