Neues Leben in Nummer 49. Joseph Hofmarcher eröffnete in einem der ältesten Gebäude der Stadt Scheibbs sein Büro für Architektur und Gestaltung sowie eine Galerie für Gegenwartskunst.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 13. April 2019 (09:50)

Das Buchbauer-Haus in der Hauptstraße 49 ist eines der ältesten Häuser der Stadt Scheibbs. Im 14. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauern erbaut, wurde es erstmals im Michaelisdienstbuch von 1636 offiziell erwähnt. Zwei Jahrhunderte hindurch beherbergte es Kupferschmiede, ehe Schuhmacher Josef Baumann das Haus 1878 kaufte und es zu einer Schusterwerkstatt umbaute. Damit kam es in den Familienbesitz Buchbauer, in dem es heute noch ist. 2016 ging mit der Schließung des Schuhhandelsgeschäftes und der Schusterwerkstatt von Gernot und Melitta Buchbauer eine fast 140-jährige Schuhmachertradition in Scheibbs zu Ende. Seit Freitag herrscht wieder neues Leben in den alten Mauern – sehr zur Freude von Hausbesitzerin Melitta Buchbauer.

Der 37-jährige, aus Ybbsitz stammende Architekt Joseph Hofmarcher eröffnete sein Büro für Architektur und Gestaltung sowie seine Galerie für Gegenwartskunst, nachdem er bereits seit 2016 im Co-Working-Space in Neubruck tätig war. „Dass ich mich hier mit meinem Büro und meiner Galerie in dieses alte Haus eingemietet habe, hat mehrere Gründe: Zum einen lebt die Stadt Scheibbs vom historischen Flair, umso wichtiger ist es, diese Geschichte und die Gebäude neu zu beleben. Man darf nicht nur davon reden, sondern muss es auch tun“, sagt Joseph Hofmarcher und hält es da wie sein Mentor, der Kremser Architekt Franz Sam, der die Eröffnungslaudatio und einen kleinen architektonischen Abriss gab.

Warum es gerade ein altes Gebäude in Scheibbs wurde, hat einen einfachen Grund: Die Liebe. Joseph Hofmarcher lebt mit Agnes Achleitner nur 120 Meter entfernt von seinem neuen Büro. Dieses renovierte er übrigens mit möglichst historischen, natürlichen Baustoffen wie Sumpfkalk, Maurersand, Holz, und Lehm. In der Galerie für Gegenwartskunst wird die Ausstellung vierteljährlich wechseln. Die erste Galerie-Ausstellung zeigt „Metallplastiken aus der Sammlung Hofmarcher“. Darunter finden sich viele Werkstücke, die in der Schmiedehauptstadt Ybbsitz, in der Josephs Vater Josef Hofmarcher 20 Jahre Bürgermeister war, hergestellt wurden.