23-Jähriger bestellte Suchtmittel im Darknet. Ein Kilo Amphetamine kaufte ein 23-Jähriger im Darknet. Vor Gericht setzte es Strafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 16. August 2019 (04:23)
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Weil Ermittler einen Dealer ins Visier genommen hatten, bestellte statt ihm ein Scheibbser (23) für einen Suchtmittelabhängigen aus St. Aegyd ein Kilo Amphetamine im Wert von 4.000 Euro im Darknet. Zum Konsumieren der Drogen kam dieser aber nicht, Ermittler nahmen das Paket in Empfang.

Während der St. Aegyder noch auf seinen Prozess wartet, sitzt der Scheibbser wegen Suchtgifthandels vor Gericht.

Woher er weiß, wie man Drogen im Darknet bestellt? „Mein Dealer hat es mir auf einer Serviette aufgeschrieben“, erzählt der 23-Jährige. In St. Aegyd bestellte er dann. Ob er selbst süchtig ist? „Ich habe gedacht, dass ich es nicht wäre, in U-Haft habe ich gesehen, dass ich es aber doch bin“, erklärt der Scheibbser im Prozess am Landesgericht in St. Pölten. Und fügt hinzu: „U-Haft war eine Katastrophe, da sind mir die Augen aufgegangen, ich habe gesehen, wohin das alles geführt hat.“

Um Milde bittet sein Verteidiger. „Was mein Mandant gemacht hat, steht in krassem Widerspruch zu seinem Leben. Die Haft hat ihm zugesetzt, das war eine Lehre“, so der Anwalt.

„Sie sind nicht der typische Angeklagte in solchen Verfahren“, sagt die Richterin zu dem 23-Jährigen und verhängt 18 Monate teilbedingte Strafe, vier Monate davon unbedingt. Weil der Angeklagte die schon verbüßt hat, darf er nach Hause gehen. Weiters muss er 4.000 Euro Verfall berappen. Das Urteil ist rechtskräftig.