Hochkar: Knapp 300 Einsatzkräfte am Berg. Zwischen den meterhohen Schneemassen am Hochkar blitzen die Fahrzeuge und die Einsatzkräfte der Feuerwehr- und Bundesheereinheiten, dick vermummt und „bewaffnet“ mit Schaufeln. Seit Sonntag ist das Hochkar ihr Arbeitsrevier.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 14. Januar 2019 (09:02)

110 Soldaten der Kaserne Amstetten und 25 Soldaten mit schwerem Gerät vom Pionierbataillon Melk sind am Sonntag aufs Hochkar verlegt worden. Während die Melker Pioniere den Schnee mit ihren Schaufelbaggern und Schubraupen verfrachten (wir hatten berichtet, siehe hier und unten) und teilweise mit Lkws auch abtransportieren – denn die Frage am Hochkar heißt mittlerweile „Wohin mit dem ganzen Schnee?“ –, machen sich die Amstettner Jäger mit Schaufeln auf, um die Liftanlagen händisch freizuschaufeln.

„Es gibt Gebäude, die sieht man gar nicht mehr“

„Wir haben noch einige Kräfte im Pionierbataillon Melk in der Rückhand, auch mit schwerem Gerät. Falls wir in den nächsten Tagen noch in anderen Gebieten oder auch zusätzlich hier am Hochkar noch benötigt werden“, schildert Oberst Rudolf Halbartschlager, Einsatzleiter des Bundesheers vor Ort.

Auch die 145 Feuerwehrleute der drei Katastrophenhilfszüge des Scheibbser Bezirks unter Einsatzleitung von Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Andreas Kurz greifen zu den Schaufeln. Die Feuerwehrmänner und -frauen kümmern sich vor allem um die zehn eingeschneiten Gebäude am Talboden. Dabei gilt es wie bei den Liftanlagen, sich zuerst einmal einen Zugang zu den Häusern und Anlagen zu verschaffen.

„Es gibt Gebäude, die sieht man gar nicht, weil sie komplett vom Schnee zugeweht worden sind“, schildert Göstlings Bürgermeister Friedrich Fahrnberger. Das JUFA Hochkar beispielsweise ist auf der Vorderseite bis zum dritten Stock verweht, von der Rückseite der dortigen Gebäude gar nicht zu sprechen. Ab wann man zu den Gebäuden abseits des Talbodens wie dem JoSchi Berghaus, der Karhütte und den dortigen Liftanlagen Zugang bekommt, ließ sich am Sonntag nicht abschätzen.

Während die Soldaten direkt am Hochkar im JUFA für die noch unbekannte Dauer ihres Einsatzes Quartier bezogen haben, werden die Feuerwehrleute täglich abgelöst. „Sonntag und Montag sind jeweils drei Züge aus dem Scheibbser Bezirk heroben. Wenn am Dienstag weitere Leute benötigt werden, werden wir auch von den anderen Bezirken unterstützt“, weiß Andreas Kurz. Versorgt werden die Feuerwehrleute im JoSchi-Sporthaus.

Ab wann wieder ein geregelter Betrieb am Hochkar stattfinden kann, ist derzeit noch in keinster Weise abzuschätzen, wie Einsatzleiter Bezirkshauptmann Johann Seper bestätigt.

„Vorerst bleibt das Hochkar Katastrophenschutzgebiet und das Fahrverbot auf der Alpenstraße aufrecht. Derzeit dürfen nur Einsatzkräfte aufs Hochkar“, sagt Seper und hofft auf die für Mittwoch angekündigte Wetterbesserung. Denn aktuell schneit und stürmt es wieder am Hochkar bei Temperaturen zwischen minus vier und minus elf Grad. Wie sagte schon Bürgermeister Fritz Fahrnberger: „Ein enorm schwieriger Einsatz, der den Einsatzkräften alles abverlangen wird. Wir können da nur Danke für die Hilfe sagen.“