Göstling an der Ybbs

Update am 18. Januar 2019, 11:42

von Christian Eplinger und Michaela Fleck

Hochkar: Ab Samstag wird wieder gefahren. Seit 4. Jänner ging am Hochkar gar nichts mehr. Lifte gesperrt, Straßen gesperrt, Skigebiet evakuiert…

Ab morgen, Samstag, soll der Betrieb endlich wieder aufgenommen werden. Mit sechs von acht Liften (Häsing, Leckerplan, Draxlerloch, Almlift, Sonnenlift und Kinderland - bis auf Weiteres gelten ermäßigte Tarife) will man am Vormittag losfahren. Die neun Kilometer lange Hochalpenstraße soll schon morgen, Samstag, früh wieder freigegeben werden, und zwar ohne Schneeketten-Pflicht.

Die aufgrund der Witterungssituation bereits am 9. Jänner ausgerufene Einstufung zum Katastrophengebiet wird noch am Freitag-Abend aufgehoben.

Bisher war am Hochkar die Feuerwehr 8.341 Stunden lang im Einsatz, das Bundesheer half 5.644 Stunden, der Straßendienst 810 Stunden, Polizei, Bergrettung und Rotes Kreuz zwischen 210 und 60 Stunden.

Mit schwerem Gerät waren vor allem Feuerwehr und Bundesheer im Einsatz, mit Hubschraubern ebenfalls das Bundesheer, ÖAMTC und Innenministerium. Gesprengt wurde vom Hubschrauber bzw. mehrfach auch vom Boden aus.

Unter der Leitung von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf trat am Freitag der Einsatzstab direkt am Hochkar-Talboden zusammen: „Außergewöhnliche Situationen brauchen besonderen Zusammenhalt. Ein großes Danke für den beispiellosen Einsatz und die phänomenale Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte.“

Insgesamt waren im Zeitraum 9. bis 17. Jänner 3.000 Einsatzkräfte in den hauptbetroffenen Bezirken Scheibbs und Lilienfeld im Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr stellte 2.200 Mann mit 450 Fahrzeugen. Insgesamt waren 23 KHD-Züge aus allen niederösterreichischen Bezirken im Einsatz, weiters vier KHD-Züge aus der Steiermark.

Das Bundesheer war mit 232 Mann und 50 Fahrzeugen vertreten und stellte drei Hubschrauber mit Sprengexperten (Schwerpunkte Hochkar, Holzhüttenboden und Hohenberg) bereit. Weiters im Einsatz waren: die Bergrettung und das Rote Kreuz mit 120 Mann, die Polizei und die Alpinpolizei mit 62 Mann, 34 Fahrzeugen und zwei Hubschraubern, der NÖ Straßendienst mit 412 Mitarbeitern und 400 Fahrzeugen sowie die EVN mit 300 Mitarbeitern.

Unterstützungsmaßnahmen für die Tourismusbetriebe zugesagt

Insgesamt waren sieben Gemeinden (Gaming, Göstling, Puchenstuben im Bezirk Scheibbs sowie Annaberg, St. Aegyd, Mitterbach, Kleinzell im Bezirk Lilienfeld) betroffen, rund 300 Objekte wurden gesichert.

LH-Stellvertreter Pernkopf hob auch hervor, dass die Einsätze unfallfrei verlaufen seien. Nach Entspannung der Lage haben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesrätin Petra Bohuslav umgehend Unterstützungsmaßnahmen für die Tourismusbetriebe zugesagt.

„Alleine hätten wir das nie geschafft“, betonte der Göstlinger Bürgermeister Fritz Fahrnberger. Er sagte ein „Danke an das Land Niederösterreich und alle Einsatzkräfte“. Die Schneemassen hätten alle vor eine große Herausforderung gestellt. Gleichzeitig betonte er auch, dass das Hochkar-Skigebiet absolut lawinensicher sei.

Hochkar-Geschäftsführer Rainer Rohregger informierte, dass ab morgen sechs von acht Liften wieder geöffnet sind: „Ab morgen gibt es wieder beste Skibedingungen am Hochkar.“ An diesem Wochenende werde es ermäßigte Tarife geben, berichtete er. Rohregger abschließend: „Wir werden alle Einsatzkräfte, die am Hochkar im Einsatz standen, im März zu einem Skitag einladen.“

Homepage www.hochkar.com