Baubeginn für neuen Kindergarten Ende Juni. St. Anton/Jeßnitz bekommt bis Herbst 2020 einen neuen Kindergarten. Die 1,8 Millionen Euro kommen dabei aus Brüssel.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. Mai 2019 (05:17)

Wohin man auch schaute, gab es an diesem Tag nur freudige Gesichter – sowohl bei Politikern, Gemeindebürgern als auch den vielen anwesenden Kindern. Der Spatenstich für den neuen gemeinsamen Kindergarten in St. Anton ist „ein Spatenstich für die Zukunft“, wie Bürgermeisterin Waltraud Stöckl (VP) frohlockte. 39 Kinder sind derzeit in den beiden jeweils eingruppigen St. Antoner Kindergärten Regenbogen und Bruderlade untergebracht – getrennt derzeit noch durch 400 Meter.

Das wird sich ab Sommer ändern. Denn dort, wo sich jetzt der Kindergarten Regenbogen befindet, entsteht ab Ende Juni ein neuer gemeinsamer Kindergarten – für zwei Gruppen und eine Kleinstkinder- und Tagesbetreuungseinrichtung. Eröffnet wird dieser mit dem Kindergartenjahr 2020/21.

 „Ihr St. Antoner sorgt für die Kinder, wir für das neue Kindergartengebäude.“ Landtagspräsident Karl Wilfing

 Während der Bauphase werden die Kinder des Kindergartens Regenbogen in einen eigens aufgestellten Container direkt beim Kindergarten Bruderlade übersiedeln. „Wir wollen unser Kindergartenjahr unmittelbar nach dem Sommerfest am 12. Juni beenden und dann in den Container hinter der Bruderlade übersiedeln, damit der Baustart pünktlich erfolgen kann“, schildert Regenbogen-Kindergartendirektorin Eva Grassberger. Sie wird auch künftig den neuen zweigruppigen Kindergarten leiten. Die Kleinstkinderbetreuung für Kinder zwischen einem und zweieinhalb Jahren ist Sache der Gemeinde. „Hier werden wir im nächsten Kindergartenjahr den Bedarf genau erheben. Zuletzt gab es auch bei uns immer mehr Anfragen“, weiß Waltraud Stöckl.

Genau diese Kleinstkinderbetreuung ist es aber, die diesen Kindergartenneubau erst ermöglicht. Denn dadurch kommt St. Anton in den Genuss von EU-Fördermittel im Rahmen der Ländlichen Entwicklung. „Das 1,8 Millionen Euro teure Projekt wird zu 99 Prozent durch ELER-Fördermittel aus Brüssel finanziert. Das ist ein Lotto-6er für die Gemeinde St. Anton“, erläuterte NÖ Landtagspräsident Karl Wilfing bei der Spatenstichfeier. Über die positive Geburtenbilanz nicht nur in St. Anton, sondern im gesamten Bezirk freut sich auch VP-Landtagsabgeordneter Anton Erber: „Der Bezirk Scheibbs war 2018 der einzige Bezirk Niederösterreichs, wo es mehr Geburten als Sterbefälle gab“.

Für den neuen Kindergarten gab es einen vom Wiener Baumeister Roland Pomajbik über die Wirtschaftskammer durchgeführten eingeschränkten Architektenwettbewerb. „Wir haben vier Architekten eingeladen, ihre Pläne zu präsentieren. Zwei kamen in die engere Auswahl. Am Ende fiel der einstimmige Gemeinderatsbeschluss zugunsten von Architekten Peter Fleiß aus“, erläuterten Roland Pomajbik und Karl Ceron.

Der neue Kindergarten wird ein Holzbau und dreimal so groß wie die bestehende Fläche des Kindergartens Regenbogen. Standen bislang 170 m zur Verfügung, so werden es künftig 510 m sein. Neben den drei, jeweils rund 60 m großen Gruppenräumen samt Nasszellen (zwei für den Kindergarten, eine für die Kleinstkindergruppe) stehen ein Bewegungsraum, eine Küche und Büroräumlichkeiten zur Verfügung.

Dazu soll auch der Freibereich entsprechend adaptiert werden, ohne dass jedoch zu sehr in das natürliche Gelände eingegriffen wird.

Die Bruderlade selbst soll nach dem Umzug des Kindergartens in ein Betreutes-Wohnen-Projekt mit insgesamt neun Wohneinheiten um- und ausgebaut werden. Die Gemeinde sucht derzeit nach einem Wohnbauträger als Partner. Die bestehenden Wohnungen und das Museum bleiben davon unberührt.

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