Das Lichtermeer in Edla. Ein ganzes Jahr lang dauert die Vorbereitung für Rudolf Biber, damit sein Haus zu Weihnachten leuchtet und musiziert. Die Feiertage sind für ihn ein Fulltime-Job.

Von Anna Faltner. Erstellt am 12. Dezember 2019 (04:36)
Anna Faltner

Wenn Chevy Chase im Weihnachtsfilm „Schöne Bescherung“ kurz vor Weihnachten auf sein Dach klettert, um seine 25.000 Lichter zu montieren, sieht es zwar nicht gerade einfach aus, die Arbeiten sind allerdings nach nur einem Tag abgeschlossen. Wenn sich der Steinakirchner Rudolf Biber an sein Projekt „Weihnachtsbeleuchtung“ wagt, dann rechnet er für Vorbereitung, Planung, Montage und Umsetzung zwölf Monate Arbeit ein.

Die Idee, Haus und Garten in ein leuchtendes Winter-Wonderland in Edla zu verwandeln, kam ihm, nachdem er Bilder und Videos aus Amerika gesehen hat. „Ich dachte mir, wenn die das können, schaffe ich das doch auch“, erzählt der 65-Jährige. Leichter gesagt, als getan. Denn das, was Biber vorschwebte, ist innerhalb von Europa kaum umsetzbar. „Das Konzept ist zu hundert Prozent eine Eigenkonstruktion, weil es so etwas nirgends zu kaufen gibt. Die Controller und das Material habe ich zum Teil aus Australien, China und Amerika bestellt.“ Also hat er im Vorjahr ordentlich in Weihnachtsbeleuchtung investiert. „Ungefähr so viel, wie man für einen Mittelklasse-Pkw bezahlt.“ Und dieses Jahr kam noch die Luxus-Aufrüstung dazu. „Es ist eben ein sehr zeit- und kostenintensives Hobby“, weiß Biber.

Zwölf Monate im Einsatz für die Festbeleuchtung

Aber wieder zurück zum (Jahres-)Anfang. Mit der Planung für die diesjährige Weihnachtsbeleuchtung hat der pensionierte Fernfahrer nämlich vor zwölf Monaten begonnen. „Bis ich weiß, wie es dann wirklich aussehen soll, dauert es“, meint er. Danach geht es ans Organisieren und Planen.

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Zwei Monate vor Weihnachten startet die Aufbauphase. Eine sehr intensive Phase. „In diesen zwei Monaten arbeite ich von fünf Uhr morgens bis zehn Uhr abends. Da gibt‘s auch kein Wochenende“, sagt Biber. Durch seinen persönlichen Weihnachtsstress nimmt er in dieser Zeit sogar ein paar Kilo ab – Zeit zum Essen bleibt ihm nämlich kaum.

Wenn alles steht, wird getestet. Von seinem Büro aus hat der begeisterte Hobby-Elektriker den perfekten Blick auf seinen prächtig beleuchteten Winterwald gegenüber von seinem Haus und natürlich auf das bunt beleuchtete Haus selbst. Der größte Christbaum in seinem Winter-Wonderland besteht allein aus 3.500 LED-Lichtern. „Jedes einzelne Licht kann individuell programmiert werden. Das sind 10.000 Ansprechpunkte am Computer, da die Lichter in drei Farben leuchten können“, erklärt der rüstige Pensionist. Das Haus wird mit rund 40 Lichterketten eingewickelt – auch die leuchten in allen Farben. Aber nicht nur das. Biber hat sein Werk auch mit der passenden Musik versehen. Neben urigen und modernen Weihnachtshits hört man am Heiligen Abend sogar „Stille Nacht“ aus der Lautsprecherbox. Die Beleuchtung verändert sich im Takt der Musik.

Schaulustige versorgt Biber auch kulinarisch – und zwar in seiner Punschhütte gegenüber von seinem Haus. Ausgeleuchtet hat es sich dann in der zweiten Jännerwoche.