Steinakirchen am Forst

Erstellt am 15. November 2018, 03:00

von Christian Eplinger

Für 2020 zwei Einser-Kandidaten. Fronten in der ÖVP geklärt: Neben Wolfgang Pöhacker wird sich bei den nächsten Wahlen auch Johann Watschka um Bürgermeisteramt bewerben.

2020 werden sie sich beide um das Bürgermeisteramt bewerben. Bis dahin wollen sie aber gemeinsam für Steinakirchen weiterarbeiten: ÖVP-Bürgermeister Wolfgang Pöhacker (links) und ÖVP-Fraktionschef Johann Watschka. Bezirksparteiobmann Anton Erber begleitet den Prozess.  |  Eplinger

Der vorwöchige NÖN-Artikel „Machtspiele um den Bürgermeister-Sessel“ hat für einige Unruhe in den Reihen der Steinakirchner ÖVP gesorgt. Doch diese reagierte rasch. Am Mittwoch fand eine Parteivorstandssitzung statt. Dabei bekundete Fraktionsobmann Johann Watschka offen sein Interesse, bei den Gemeinderatswahlen 2020 als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen zu wollen. Und das, obwohl auch der amtierende Bürgermeister Wolfgang Pöhacker nie einen Hehl aus seiner Absicht machte, eine weitere Periode als Bürgermeister anzuhängen.

Erber: "Bürger entscheiden über Vorzugsstimmenmodell"

„Daher werden 2020 die Bürger über ein Vorzugsstimmenmodell direkt über den Bürgermeister entscheiden“, verkündete ÖVP-Bezirksparteiobmann Anton Erber am Freitag der NÖN. Im Vorstand hätte diese Vorgehensweise eine breite Akzeptanz gefunden. Die Bezirkspartei wird den gesamten Prozess begleiten, ohne sich selbst einzumischen, betonte Anton Erber.

Ob es Vorwahlen oder ein direktes Vorzugsstimmenmodell am Wahltag selbst geben wird, soll sich in den nächsten Monaten entscheiden. „Ich will meine bisherige berufliche Erfahrung und mein Netzwerk noch mehr zum Wohle der Steinakirchner Bevölkerung einbringen und dem Bürger die Wahl-Möglichkeit geben“, schilddert der 51-jährige Johann Watschka sein Motiv zur Kandidatur.

Watschka ist erst seit 2015 im Gemeinderat, kam direkt in den Gemeindevorstand und ist auch Fraktionsobmann der ÖVP Steinakirchen. Bürgermeister Wolfgang Pöhacker hat im Vergleich zu Watschka obwohl jünger (39) schon mehr Wahlerfahrung. Seit 2005 ist er im Gemeinderat. Schon 2010 gab es ein reines Vorzugsstimmenmodell bei der ÖVP. Damals landete Pöhacker mit 358 Stimmen auf Platz zwei, hinter dem amtierenden Bürgermeister Johann Schagerl (667) und wurde Vizebürgermeister. Als Bürgermeister holte Pöhacker 2015 schon 698 Vorzugsstimmen und war die klare Nummer eins in Steinakirchen.

Bis zu den Wahlen an einem Strang ziehen

Die Freude darüber, dass er jetzt einen Konkurrenten aus den eigenen Reihen erhält, hält sich zwar bei ihm in Grenzen, aber er ist zumindest froh, dass jetzt Klarheit für alle herrscht. „Grundsätzlich hat jeder das Recht, das Bürgermeisteramt anzustreben. Ich will es aber gerne noch weiter ausüben, weil ich die Gemeinde weiterentwickeln will“, sagt Pöhacker.

Eines betonen aber sowohl Pöhacker als auch Watschka. Bis kurz vor den Wahlen wird man gemeinsam an einem Strang ziehen. „Wir wollen nicht schon jetzt einen Vorwahlkampf auslösen, sondern bis zum Schluss gemeinsam für Steinakirchen arbeiten“, sagt Watschka.