Wieselburg: 12 Meter lange „Dübeln“ aus Beton und Eisen

Erstellt am 01. Dezember 2022 | 09:56
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Sanierungsarbeiten bei Umfahrung Wieselburg gestartet. Wasserspiegel hat sich seit Baubeginn der Umfahrung um drei Meter erhöht. Tief liegende Untergrundschicht ist daher im letzten halben Jahr um 12 Millimeter „gewandert“.
APA-Video
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Seit dieser Woche wird mit schwerem Gerät bei der Böschung der Umfahrungsstraße Wieselburg (Höhe Fohra) gearbeitet. Das Land hat die Sanierungsarbeiten der Umfahrung gestartet. Bei Kilometer 8 der neuen Umfahrung waren ja erste Risse im Asphalt aufgetreten (die NÖN berichtete).

„Wir haben nach Bekanntwerden der Schäden engmaschige Untersuchungen durchgeführt, um die Ursache feststellen zu können“, erklärt Projektleiter Wolfgang Leitgöb von der Straßenbauabteilung des Landes bei einer Vor-Ort-Besichtung der Sanierungsbaustelle.

Neben regelmäßigen Vermessungen der Oberfläche wurden zwei Bohrungen abgeteuft, sodass auch Bewegungen im Untergrund beobachtet werden können. „Dabei hat sich gezeigt, dass sich einige Meter und dem neu errichteten, neun Meter hohen Damm eine örtlich begrenzte Störzone befindet. Dort beobachten wir einen stark schwankenden Grundwasserspiegel. Seit Baubeginn der Umfahrung hat sich dieser bis zu drei Meter erhöht“, erläutert Leitgöb.

Weiter keine Gefahr für Verkehrsteilnehmer

Durch das Wasser kam es in den tief liegenden Untergrundschichten zu horizontalen Verschiebungen. „Alleine im letzten halben Jahr ist dieser Bereich um zwölf Millimeter gewandert und hat auch die Risse im Asphalt verursacht“, weiß Leitgöb und betont einmal mehr, dass beim Befahren der Umfahrung keine Gefahr besteht. Dennoch seien der zweite Fahrbahnstreifen Richtung Ybbs sowie der Weg unter der Brücke während der Bauarbeiten gesperrt. „Die Bohrungen bringen Erschütterungen mit sich, da wollen wir nicht noch stärkere Risse durch zusätzlichen Druck auf die Fahrbahn riskieren“, sagt Leitgöb.

Um die Untergrundbewegungen zu stoppen, wird der Damm auf der östlichen Umfahrung auf einer Länge von rund 20 Metern durch acht Bohrpfähle verankert. Diese Pfähle mit rund einem Meter Durchmesser gehen bis zu zwölf Meter unter die Erde und werden für eine erhöhte Steifigkeit mit einem Stahlbetonbalken miteinander verbunden.

Parallel dazu wird auf rund 600 m² ein bis zu 15 Meter breite und 3,5 Meter hohe Anschüttung hergestellt. „Diese soll dem Damm als Gegengewicht zur Gleitbewegung die erforderliche Stabilität verleihen“, erklärt Sebastian Riegler von der Straßenbauabteilung des Landes und bedankt sich für das Entgegenkommen der Gemeinde Bergland und des Grundbesitzers, der diese Arbeiten ermöglicht.

Kosten: 300.000 Euro - Fahrbahn wird im Sommer 2023 saniert

Die Sanierung, die rund 300.000 Euro kosten wird, soll je nach Witterung bis März 2023 dauern, wobei die meisten Bauarbeiten noch heuer abgeschlossen werden sollen. „Wir führen parallel zu den Arbeiten auch weiterhin Messungen durch. Sobald wir wissen, dass die Maßnahmen gegriffen haben und die Tiefenbewegungen gestoppt wurden, können wir dann auch die Fahrbahn sanieren. Aber das wird voraussichtlich erst im Sommer 2023 sein“, weiß Leitgöb.