„Reden wir in Wien über das Mostviertel“. „Heimkommen & ankommen“ lautet Motto der Initiative „Get the Most“, die die Vernetzung der Mostviertler fördern will.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:30)
Christian Eplinger
„Get the Most“-Aktivistinnen Margit Fuchsluger aus Ybbsitz und Melanie Dammerer aus St. Georgen/Ybbsfeld präsentierten gemeinsam mit Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger und Geschäftsführer Stefan Hackl (v.l.) die Vernetzungs-Initiative „heimkommen und ankommen“.

„Ich unterhalte mich in Wien eben gerne mit Menschen, die wissen, wovon ich rede. Und wenn ich mich in Wien mit einem Mostviertler über die schönsten Plätze bei uns in der Heimat austauschen kann und er kennt diese auch, dann genieße ich das einfach“, schildert die 21-jährige Melanie Dammerer aus St. Georgen/Ybbsfeld beim Pressegespräch in Neubruck.

Sie ist die designierte Obfrau des in Gründung befindlichen Vereins „Get the Most“. Ziel ist, die Verbindung zu jenen Menschen zu stärken, die aufgrund von Job oder Ausbildung die Region verlassen haben. Der Hintergrund dazu ist ein durchaus ernster. Dabei geht es um viel mehr als „nur um ein Plaudern über das Mostviertel“ in Wien.

„Wir haben in der LEADER-Region Eisenstraße im Ybbstal, Großen und Kleinen Erlauftal einen negativen Wanderungssaldo – und das vor allem bei den 20- bis 30-Jährigen. Da reden wir von einem Minus zwischen 200 und 300 Personen in der Region. Genau dem soll diese Initiative entgegenwirken“, betont Eisenstraße-Obmann Andreas Hanger. Es sei daher wichtig, dass die (emotionale) Bindung zur Heimat auch während der Ausbildung in Wien erhalten bleibe. Genau da wolle der neue Verein ansetzen.

Drehscheibe für Job- und Wohnungsangebote

Zwei bereits durchgeführte Mostviertel-Stammtische in der Bundeshauptstadt hätten gezeigt, dass das Interesse am Netzwerken groß sei. „Wir wollen dem Mostviertel und den Mostviertlern eine Plattform geben. Das soll über Freund- und Bekanntschaften hinausgehen. Ziel ist, dass unsere im Aufbau befindliche neue Homepage eine Drehscheibe wird, die neben einem positiven Image des Mostviertels auch eine Anlaufstelle für Infos über Jobs, Wohnmöglichkeiten und Mobilität bietet und dadurch jungen Menschen Anreiz gibt, wieder ins Mostviertel heimzukommen“, erklärt Margit Fuchsluger.

Die 32-jährige Ybbsitzerin ist nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften in Wien wieder in ihre Heimat zurückgezogen. Ihr Mann pendelt derzeit zur Arbeit nach Wien. In drei Workshops („Get the Most Academy) im Beta-Campus in Waidhofen hat man erste Ansatzpunkte erarbeitet. Weitere Workshops auch in Wien sollen folgen.

Der große öffentliche Startschuss der Initiative soll im Rahmen eines Mostviertel-Festes, dem „Club to Most“ am 23. März in der Ottakringer Brauerei in Wien erfolgen (siehe rechts).