Anton Krenn: „Bleibe immer Botschafter der Bauern“. Der 51-jährige Scheibbser Anton Krenn geht in seine letzten Wochen als Bezirksbauernkammerobmann: „Zwei Perioden sind genug.“

Von Christian Eplinger. Erstellt am 13. Februar 2020 (06:24)
Anton Krenn vor dem neuen Bild seines Hausberges, dem Blassenstein, in der Scheibbser Bezirksbauernkammer – eine Leihgabe der „RahmenDamen“. „Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit in unserem Bezirk – egal ob mit Wirtschaftstreibenden, Gemeinden, öffentlichen Institutionen, den Bäuerinnen oder unseren Kammermitarbeitern. Dafür möchte ich noch einmal auch öffentlich Danke sagen“, betont Krenn.  Foto: Christian Eplinger
Christian Eplinger

Wenn am 1. März die Landwirtschaftskammerwahlen über die Bühne gehen, dann werden auch die Finalwochen von Anton Krenn als Obmann der Bezirksbauernkammer Scheibbs endgültig eingeleitet.

„Bis zur konstituierenden Sitzung des neuen Gremiums bin ich noch im Amt. Dann ziehe ich mich aus dieser Funktion endgültig zurück“, sagt der 51-Jährige, der seit neun Jahren an der Spitze der Bezirksbauernkammer steht. Seit 2005 war Krenn Kammerrat, 2010 wurde er zweiter Obmann-Stellvertreter von Josef Plank, den er ein Jahr später schließlich beerbte.

„Dass wir Bauern in der Klimadebatte nicht gut wegkommen, stört mich. Denn wir sind die, die auch wieder Sauerstoff erzeugen.“Anton Krenn

Für die Allgemeinheit hat er sich bereits in frühester Jugend engagiert. Mit 17 war er KJ-Leiter in Scheibbs, aktiv in der Landjugend und der Volkstanzgruppe. „Ich habe mich immer gerne in der Gruppe eingebracht und wollte mitgestalten. Als Kammerobmann wollte ich keine unrealistischen Hoffnungen wecken. Du kannst keine Gesetze bestimmen. Aber in der Gruppe kann man Kräfte so bündeln, das man gewisse Dinge in eine bestimmte Richtung lenken kann. Dabei gilt es gerade als Kammer, den Interessensausgleich innerhalb der Bauernschaft zu schaffen. Denn wie sagt unser Landesobmann Schmuckenschlager: Von Tierzucht bis Ackerbau, von Wald bis Spezialkulturen, von groß bis klein. In der Kammer hat alles Platz“, betont Krenn.

Ihm war und ist es daher immer ein wichtiges Anliegen, gut zuzuhören. „Wenn die Leute mit den unterschiedlichsten Problemen zu dir kommen, dann musst du ihre Anliegen ernst nehmen. Und manchmal gelingt es wirklich, in Einzelfällen zu helfen“, weiß er aus Erfahrung.

Erfahrung, die er auch abseits der Kammer in vielen Bereichen gemacht hat und teilweise weiter macht. Krenn ist Aufsichtsrat in der Fernwärmegenossenschaft Scheibbs sowie in der Boden- und Grunderwerbsgemeinschaft, Gesellschafter in der Neubruck Fisch GmbH und im Regionalladen „Nah guat“, Mitglied der LEADER-Steuerungsgruppe, im Jagdbeirat und sachkundiger Laienrichter.

„Jetzt gilt es Eckpfeiler einzuschlagen“

In seiner neunjährigen Obmannschaft waren durchaus große, für die Bauern nicht immer ganz unproblematische Umbrüche, die Krenn als Obmann mitgemacht hat. Vom Ende der Milchquotenregelung in der EU nach 37 Jahren mit 1. April 2015 über die Landesausstellung in Neubruck, die Bescheide der neuen Einheitswert-Hauptfeststellungen 2016, dem 95-Jahr-Jubiläum der Landwirtschaftskammer 2017 bis hin zur Umsetzung der Kammerreform Ende 2018, die in der Zusammenführung der Scheibbser und Melker Bezirksbauernkammer als Organisationseinheit endete.

„Es war schon eine Umstellung. Mit Johann Hell war ich ein eingespieltes Team. Wir haben uns blind verstanden. Mit Martin Auer war aber sofort wieder diese Vertrauensbasis vorhanden. Es war ein fließender Übergang“, sagt Krenn und ist froh, ein auch wirtschaftlich gut dastehendes Haus übergeben zu können.

Nach vorne blickt Anton Krenn durchaus optimistisch. Im türkis-grünen Regierungsprogramm seien etliche Punkte, mit denen die bäuerlichen Familienbetriebe abgesichert werden. „Jetzt gilt es Eckpfeiler einzuschlagen und den Ankündigungen Taten folgen zu lassen. Denn noch ist vom Programm nichts umgesetzt“, hofft er, dass es nicht nur bei Ankündigungen bleibt und vor allem, dass nicht bürokratische Hürden so manch guten Ansatz blockieren.

Dass er mit erst 51 Jahren in relativ jungen Jahren zurücktritt, ist Krenn durchaus bewusst. Aber: „Ich finde, zwei Perioden sind genug. Botschafter für die Bauern werde ich immer bleiben, aber nun eben auf anderen Ebenen und Wegen“, sagt Krenn, der sich mehr seinem eigenen Betrieb widmen will. Er betreibt mit seiner Familie einen Rinderbetrieb mit im Schnitt rund 130 Stück Vieh (Zuchtrinder, Milchwirtschaft mit Mutterkuhhaltung, Ochsen- und Kälbinnenmast). Mit Franz Rafetzeder als Spitzenkandidat für den Bezirk und Anita Heigl als Kandidatin für das Landeskammermandat gäbe es zwei passende Nachfolger, sagt Krenn und nimmt zufrieden Abschied: „Alles ist mir in den zehn Jahren sicher nicht gelungen, aber bemüht haben wir uns immer.“