Zwieselprojekt: Eine Stadt entdeckt das Ufer. Es war das Thema des Bürgerbeteiligungsprojektes „Wieselburg 2030“. Jetzt gibt es erste Details.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 11. Oktober 2019 (04:25)

Die Neugestaltung des Volksfestplatzes eins und des Zwiesels zwischen Großer und Kleiner Erlauf als innerstädtisches Erholungsgebiet – alles verbunden mit dem Hochwasserschutz in der Stadt. Das war eines, wenn nicht sogar das zentrale Wunschthema der Wieselburger im Zuge des vor zwei Jahren durchgeführten Bürgerbeteiligungsverfahrens „Wieselburg 2030“.

Nach einem Grobkonzept mit Architekt Wolfgang Ritsch erfolgte seitens des Gemeinderates der Auftrag für die Detailplanung des Zwieselprojektes an die beiden Wieselburger Architekten Georg Bauer und Wolfgang Thanel.

In der Vorwoche präsentierten diese ihre Planungen den Mitgliedern der Arbeitsgruppe sowie den Anrainern. Das Echo dazu war enorm positiv. „Die eine oder andere Anregung wird man bei der Ausführung berücksichtigen. Grundsätzlich stehen aber alle hinter dem Projekt“, freut sich Georg Bauer. „Es ist schön zu sehen, dass eine lange verfolgte Idee nun so breite Unterstützung findet“, ergänzt Wolfgang Thanel.

„Wichtig ist, dass der Volksfestplatz eins dann auch von der Bevölkerung angenommen und belebt wird.“Bürgermeiser Josef Leitner

Der Volksfestplatz eins soll zu einer Naherholungsoase mitten in der Stadt werden, die vielseitig genutzt werden kann. Viel grün ist dabei vorherrschend – von Bäumen als Schattenspender, über naturnahe Uferbepflanzung bis hin zu Rasenflächen und Rasenparkplätzen, denn die Parkplatznutzung der 15.000 m großen Fläche ist für Messe und Stadtentwicklung wichtig. „Wir wollen die Versiegelungsflächen so gering als möglich halten und sind in enger Absprache mit der Messe, die für das Volksfest diverse befestigte Plätze braucht. Da auch dieses gerade in Neufindung ist, ist einiges möglich“, sagt Bauer.

Als erster Schritt wird im Zuge des Baus des Hochwasserschutzes der Bereich der Winzer erneuert und soll künftig öfter bespielt werden. Entlang der Großen Erlauf kommt zwischen Haus der Zukunft und Bogenbrücke ein Uferweg, der sich in einen oberen und unteren, direkt beim Wasser gelegenen Weg teilen wird. Sitzstufen, Bootanlegestellen bis hin zum Strandbereich mit Liegestufen, Wasserspielplatz und Erlaufstrand sollen dort entstehen. Dazu kommen „Pocket Parks“ (Sitzgelegenheiten unter vier Bäumen), eine Liegewiese sowie eine multifunktionale Wiesenfläche und der Zwieselstrand, wo kulturelle Veranstaltungen für Leben und Foodtrucks oder Kioske für die Verpflegung vor Ort sorgen könnten.

Hochwasserschutz und Winzerbereich-Neugestaltung bis 2020

Ein besonderes Projekt stellt auch die Überbauung des EVN-Trafos dar. „Die Gespräche mit der EVN müssen erst geführt werden, aber uns schwebt da eine kleine Aussichtsplattform vor. Eine Idee, die bei der Präsentation sehr gut angekommen ist“, erzählt Georg Bauer.

Das Gesamtprojekt soll nach Beschluss im Gemeinderat in Etappen umgesetzt werden. „Das ist doch ein relativ kostspieliges, und auch aufwendiges Projekt, das wir auf zwei bis drei Bauphasen aufteilen werden. Aber es ist ein zentrales Vorhaben der Stadtgemeinde für die nächsten Jahre. Der erste Teil davon, den Hochwasserschutz sowie die Neugestaltung des Winzerbereiches, soll bis zum Volksfest 2020 umgesetzt sein“, erklärt SP-Bürgermeister Josef Leitner.