25-Jahre Blue Monday Night: „Bühne frei für alle“. 25-Jahre Blue Monday Night Musiker Stefan Buxhofer über das Wesen und die Highlights der Sessions.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 26. Juni 2019 (04:50)
Karin Maria Heigl
Der Wieselburger Stefan Buxhofer ist begeisterter Musiklehrer und Mentor für junge Blasmusiker. Er steht bei fast jeder Session auf der Bühne – und das seit Jahrzehnten.

Die Blue Monday Night Sessions sind nach 25 Jahren aus Wieselburg nicht wegzudenken. Nicht nur als Bühne für die Nachwuchsmusiker der Musikschule, sondern auch als wertvoller Beitrag zum kulturellen Leben. NÖN-Korrespondentin Karin Maria Heigl hat im Vorfeld der Jubiläums-Session am Montagabend mit Musiklehrer Stefan Buxhofer über die letzten 25 Jahre gesprochen.

NÖN: Sie unterrichten seit 1988 Trompete in der Musikschule Wieselburg und stehen selbst mit Leidenschaft auf der Session-Bühne. Was macht den Erfolg der Blue Monday Night Sessions aus?

Stefan Buxhofer: Wir sind mittlerweile sehr bekannt, die Blue Monday Night Band ist vielen ein Begriff. Der Erfolg der Sessions gründet auf jeden Fall in der Tatsache, dass wir den Schülern eine sehr professionelle Plattform bieten. Darauf können wir stolz sein. So wie auch auf unsere Konsequenz, dass wir das in der Dichte – mit circa neun Sessions pro Jahr – über so viele Jahre durchgezogen haben.

Hat sich das Wesen der Sessions in den vielen Jahren gewandelt?

Buxhofer: Am Beginn hatten wir noch keine thematischen Schwerpunkte. Es war offen, was passiert und oft sind geniale Sessions entstanden sind, die bis drei Uhr früh dauerten. Heute haben wir immer ein Thema und eine Opener Band. Die Bühnentechnik mit Licht und Ton ist viel professioneller als früher. Dafür haben wir auch mehr Konkurrenz. Man muss die Musiker schon animieren, am Montagabend zu kommen und mitzumachen. Wir wollen vor allem die Jugendlichen miteinbeziehen.

Die Sessions der Musikschule haben als Jam Sessions begonnen, die Lehrer der Musikschule – etwa Volker Wadauer, Klaus Zalud oder Reinhard Becke und auch Sie – sind selbst begeisterte Jazzmusiker. Wie ist dieses Jammen zu verstehen?

Buxhofer: Es ist das Ziel der Session, dass Leute miteinsteigen. Nach dem Auftritt der Opener Band gibt es die Gelegenheit zum Jammen. Spontanität ist gewünscht, das Motto lautet immer „Bühne frei für alle“. Man sollte eine Nummer vorbereitet haben und Notenmaterial für die Session-Band mitbringen, oder man steigt einfach ein und improvisiert - das erfordert ein gewisses Können am Instrument. Aber es muss nie perfekt sein. Nur durch Unperfektheit kann etwas Neues entstehen. In den ersten Jahren waren es oft irrsinnig lange Abende, weil keiner aufhören wollte zu spielen. So eine Ausdauer haben wir heute vielleicht nicht mehr.

Was macht die Sessions für Sie so reizvoll?

Buxhofer: Das Miteinander auf der Bühne ist unglaublich wertvoll. Für die Schüler ist es toll, wenn die Lehrer mit ihnen gemeinsam auf Augenhöhe musizieren. Sehr genial finde ich eigentlich die Location, zu der wir zurückgefunden haben. Der Bühnenwirt Aigner bietet tolle technische Möglichkeiten und zwei verschiedene Bühnen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kulturverein KiB 8 ist für uns ein Gewinn, dafür sind wir sehr dankbar.

Was waren die Highlights dieser 25 Session-Jahre?

Buxhofer: Ich mag die Christmas Sessions – die sind immer etwas Besonderes. In toller Erinnerung hab ich eine Latin-Session mit lateinamerikanischen Musikern beim Haubi und die erste Metal Session, wo wir selbst ein bissl überrascht waren, was möglich ist. Rückblickend ist es natürlich das Schönste, dass Leute, die hier ganz jung angefangen haben, heute als professionelle Musiker arbeiten, etwa Matthias Simoner oder Christian Ziegelwanger.