Baustart Zwieselprojekt: Mehr grün, weniger neue Wege. Diese Woche erfolgt der Baustart am Volksfestplatz eins. Bis Ende Juni muss Bauphase eins fertiggestellt sein.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Februar 2020 (05:18)

Seit dieser Woche rollen am Volksfestplatz eins in Wieselburg die Bagger. Am Montag war offiziell Baustart für das Zwiesel-Projekt durch die Firma Traunfellner. „Es ist der Start der ersten Bauphase, die die Hochwasserschutzmaßnahme, die Erneuerung des Winzergebäudes sowie den Uferweg vorsieht“, erläutert Thomas Lichtenschopf, Bauamtsleiter der Stadtgemeinde Wieselburg.

Dabei hat sich gegenüber den ursprünglichen Plänen doch noch einiges geändert. Denn man bleibt mit dem Uferweg am jetzigen Niveau und wird nur stellenweise Stufen zur Erlauf runterziehen. Eigentlich sollte dort ja ein zweiter Weg direkt neben dem Wasser enstehen. „Wir haben uns dann entschieden, mehr auf grün und Natur zu setzen und auf einige Wege zu verzichten. Damit soll diese grüne Erholungsoase mitten im Zentrum noch mehr aufgewertet werden“, erklärt SP-Bürgermeister Josef Leitner.

„Einige Bäume werden bei den Bauarbeiten auch gefällt, allerdings vor allem nur jene, die bei uns nicht heimisch sind.“Architekt Georg Bauer

Dieser 150 Meter lange Uferweg startet mit einer Abfahrtsrampe von der Mankerbrücke (vor dem Haus der Zukunft) und geht bis zur Bogenbrücke, wo die jetzige Abfahrtsrampe in den Weg einmünden wird. Geplant sind neben Sitzstufen zur Erlauf auch zwei Terrassen. Eine größere Sitzterrasse, die auch vom Winzergebäude aus mitgenutzt werden kann, sowie ein kleinerer „Balkon“ kurz vor der Bogenbrücke.

Winzer-Gebäude wird fast zur Gänze erneuert

Im Zuge der Errichtung des ersten Wegbereiches wird auch der Hochwasserschutz errichtet. „Im Uferbereich ist dieser auf ein zehnjähriges Hochwasser ausgerichtet, im hinteren Teil zur Stummergasse auf ein 100-jähriges Hochwasser“, erläutert Thomas Lichtenschopf. Dabei wird auch das Winzer-Gebäude – mit Ausnahme des Lagers und des Schankbereiches – vollkommen erneuert.

„In diesem neuen Gebäude mit begrünter Dachfläche wird der Hochwasserschutz integriert. Sprich, die Außenmäuer werden betoniert und dann mit Holz verkleidet. Dazu kommen erlaufuferseitig mobile Elemente, sodass man die Winzer Richtung Wasser öffnen kann“, erläutert Architekt Georg Bauer. Denn das Winzer-Areal soll künftig öfters „bespielt“ werden als jetzt. Zwischen Winzergebäude und Stummergasse kommen ebenfalls mobile Hochwasserschutzelemente.

Die wasserrechtliche Verhandlung des Gesamtprojektes, bei der auch Umweltanwalt Erwin Huter sowie Vertreter der Fischer zugegen waren, ging problemlos über die Bühne. Dabei wurde auch genau festgelegt, welche Bäume im Zuge der Baumaßnahmen gefällt werden können oder müssen. „Es wird versucht, so viele Bäume und so viel natürliches Grün im Uferbereich zu erhalten, wie nur möglich. Aber einige Bäume werden auch gefällt, vor allem weil sie bei uns ohnehin nicht heimisch sind wie etwa die Götterbäume“, sagt Georg Bauer.

Im Gegenzug sollen im Herbst dann neue Platanen als Schattenspender gepflanzt werden. Drei gefällte Bäume werden als sogenannte „Rauhbäume“ für fünf Jahre am Ufer fix befestigt. „Eine Maßnahme für die Fische und die Tierwelt, die dort Unterschlupf finden soll“, weiß Thomas Lichtenschopf. Christian Winkler wird das Projekt von Beginn an vom landschaftspflegerischen Gesichtspunkt begleiten.

Bauphase eins: 1 Million Euro & enges Zeitkorsett

Für diese erste Bauphase hat man sich ein enges Zeitkorsett gegeben. Denn in der ersten Juli-Woche soll am Volksfestplatz eins das Wieselburger Volksfest ohne Beeinträchtigung über die Bühne gehen. Dabei wird auch das neue Winzer-Gebäude seine erste echte Bewährungsprobe haben. Insgesamt sind für die erste Bauphase rund eine Million Euro veranschlagt.

Unmittelbar nach dem Volksfest soll mit der zweiten Bauphase begonnen werden, die den weiteren 1,40 Meter hohen und begrünten Hochwasserschutz im Bereich der Stummergasse sowie den Strandbereich Richtung Wehr hin vorsieht.

„Die dritte Bauphase beinhaltet dann die fixe Platzgestaltung samt nötiger Infrastruktur, wobei wir hier auch die Erfahrungen und den Bedarf des neu konzipierten Volksfestes mitberücksichtigen wollen“, erklärt Bauer. Dabei soll die Oberflächenversiegelung so gering wie möglich gehalten werden.

„Es ist ein langfristiges Projekt, das sich Schritt für Schritt entwickeln wird“, sagt Stadtchef Josef Leitner.