Wieselburg

Erstellt am 16. Juli 2018, 11:20

von Christian Eplinger

Hochwasserschutz: Diesen Tag lange ersehnt. Spatenstich für 5,46 Millionen Euro teures Projekt. Bund, Land und Gemeinden stemmen dieses.

Es ist schon wieder neun Jahre her, da hat Wieselburg das bislang größte Hochwasser der jüngeren Vergangenheit erlebt. Im Juni 2009 sind Große und Kleine Erlauf zu reißenden Flüssen geworden und über die Ufer getreten und haben Gärten und Wohnhäuser überschwemmt, an die nicht einmal die größten Pessimisten gedacht haben.

„Das war für unsere beiden Gemeinden der Startschuss für die Überlegungen rund um ein Hochwasserschutzprojekt“, erklärte Stadtbürgermeister Günther Leichtfried am Samstag bei der Spatenstichfeier für den Hochwasserschutz Wieselburg. Ein Tag, den Leichtfried und viele in den beiden Wieselburger Gemeinden lange herbeigesehnt hatten. „Ein Projekt wie dieses bedarf genauer und bestens überlegter Planung. Das verwirklicht man nicht über Nacht. Außerdem muss man auch die Finanzierung auf die Beine stellen“, ergänzte Bürgermeisterkollege Karl Gerstl.

„Beim Hochwasser ist es wie beim Wolf – mit der Entfernung wächst die Begeisterung.“Josef Plank, Generalsekretär im Bundesministerium für Nachhaltigkeit

In den nächsten drei Jahren soll das 5,46 Millionen Euro teure Hochwasserschutzprojekt Wieselburg umgesetzt werden. Insgesamt 110 Gebäude – rund 30 davon in der Landgemeinde – in den Siedlungs- und Gewerbegebieten neben der Großen und Kleinen Erlauf werden mittels Schutzdämmen, -mauern und mobilen Elementen geschützt. Projektanten waren das Büro Pieler aus Eisenstadt und das Büro Schuster aus Wieselburg. Projektleiter vor Ort ist Thomas Unger vom Büro Schuster.

Finanziert wird das Projekt durch das Zusammenwirken von Bund (40 Prozent), Land Niederösterreich (40 Prozent) und den beiden Wieselburger Gemeinden (20 Prozent, wobei 70 Prozent davon wiederum von der Stadtgemeinde finanziert werden).

„Es ist ein sehr spannendes und interessantes Projekt. Immerhin geht es darum, größtmöglichen Schutz zu erreichen, ohne dass die Kosten ins Unermessliche steigen zu lassen. Trotz allem bleibt es ein Kompromiss. Wir leben in einem Mix aus Kultur- und Naturlandschaft, wobei wir nie ausschließen können, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen“, betont Generalsekretär Josef Plank in Vertretung von Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger in seiner Ansprache.

Das positive Miteinander von Stadt- und Landgemeinde sowie von Land und Bund zeige, dass „uns das Wohl der Menschen am Herzen liegt“, unterstrich auch Festredner Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

537 Schutzprojekte seit Jahrhunderthochwasser

Seit 2002 hat das Land mit insgesamt 537 Projekten 300 Gemeinden weitgehend hochwassersicher gemacht. Alleine heuer wird an über 70 Schutzprojekten in Niederösterreich gleichzeitig gebaut. „Hochwasserschutz ist auch eine Standortqualitätsfrage – nicht nur für den privaten Wohnbau, sondern auch für wirtschaftliche Überlegungen“, weiß Pernkopf.