Bühnenpower ohne Probenzeit: Dagmar Bernhard in Interview

Erstellt am 07. August 2022 | 04:52
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8428590_erl31wbg_dagmabernhard_c_almaheigl_jpg.jpg
Dagmar Bernhard sprang kurzfristig an drei Abenden bei den Sommerspielen Melk im Stück „Nero – Er wollte doch nur spielen“ für die erkrankte Maxi Blaha ein und spielte Neros Mutter Agrippina.
Foto: Sommerspiele Melk
Die aus Wieselburg stammende Schauspielerin und Sängerin Dagmar Bernhard erzählt über ihr kurzfristiges Gastspiel bei den diesjährigen Melker Sommerspielen und ihren Zukunftspläne.

NÖN: In den vergangenen Jahren waren Sie Stammmitglied bei den Melker Sommerspielen. Heuer nicht. Warum waren Sie ursprünglich nicht dabei?

Dagmar Bernhard: Ich habe bis Ende Mai noch am Ernst Deutsch Theater Hamburg das Stück „Onkel Wanja“ gespielt. Das hätte sich zeitlich zu stark überschnitten.

Dann sprangen Sie aber kurzfristig für die erkrankte Maxi Blaha ein und spielten an drei Abenden im Stück „Nero“ dessen Mutter „Agrippina“. Was bedeutete es für Sie, sich so spontan auf eine Rolle vorzubereiten ?

Bernhard: Ich musste zunächst Grundsätzliches abklären: Wie ist die Figur? Welchen Background hat sie? Wie sind die Beziehungen zu den anderen Figuren auf der Bühne? Gleichzeitig galt es, den vielen Text zu lernen. Da ich nur einen Tag Vorbereitung hatte, versuchte ich, schnellstmöglich alles aufzusaugen.

440_0008_8427495_erl31wbg_rahmenprogramm_teilzeitdivas.jpg
Die „Teilzeitdivas“ spielen am Mittwoch, 10. August, in Wolfpassing.
Foto: Georg Buxhofer

Was war Ihr persönliches Highlight in dem Stück „Nero“?

Bernhard: Die „unterschwellige Duellszene“ mit dem Senator Seneca und die Mordszene mit meinem Sohn Nero machten besonders Spaß.

Was war für Sie an Ihrer Rolle herausfordernd?

Bernhard: Herausfordernd als Agrippina war, so schnell wie möglich eine Figur zu erschaffen und glaubwürdig an das Publikum zu vermitteln, da ich eigentlich noch zu jung für die Rolle bin.

Kommen wir zu künftigen Projekten. Sie werden am 10. August erstmals mit Ingrid Diem und Ursula Gerstbach alias „Teilzeitdivas“ im Schloss Wolfpassing und damit in Ihrer unmittelbaren Heimatregion auftreten und das Programm „Blind Date mit Bruce Will-Es“ zum Besten geben. Macht das diesen Auftritt zu einem Besonderen?

Bernhard: Natürlich ist es wunderbar, das mit Ingrid Diem und Ursula Gerstbach entwickelte Musikcomedy-Programm in der Nähe meiner Heimat zu präsentieren. Ich hoffe, dass ich viele bekannte Gesichter wiedersehe. Wer also wieder mal Bauchmuskeltraining braucht – am 10. August im Schloss Wolfpassing gibt es viel zu lachen!

Was sind Ihre weiteren Pläne?

Bernhard: Ich probe derzeit für das Uhudler Landestheater eine spezielle Version vom Rosenkavalier. Dann wird es mit meinem James Joyce Programm Spieltermine und eine CD Präsentation geben. Auch weitere Termine mit den Teilzeitdivas sind geplant. Außerdem arbeite ich mit Anita Lackenberger an einer Schubert-Dokumentation, bei der ich die Rolle der Librettistin übernehme und für die musikalische Leitung verantwortlich bin. Ab Oktober probe ich „Die Großherzogin von Gerolstein“ im Ernst Deutsch Theater Hamburg.