Lärmschutzwand wird Politikum . Ob in Fohra ein Lärmschutz gebaut wird, oder nicht, wollen Experten erst nach Freigabe der Umfahrung entscheiden.

Von Claudia Christ. Erstellt am 12. August 2020 (03:45)
Beim Besprechungstermin in Petzenkirchen mit dabei waren Bürgermeisterin Lisbeth Kern, Vize Harald Mixa (Marktgemeinde Petzenkirchen), Bürgermeister Walter Wieseneder (Gemeinde Bergland), Christof Dauda und Wolfgang Böck (Land NÖ, Abteilung ST3), Sebastian Riegler (Land NÖ, Abteilung ST4), Gregor Frank (Firma Zieritz und Partner) sowie der Sprecher der Bürgerinitiative Johann Übelbacher.
Gemeinde Petzenkirchen

Die fehlende Lärmschutzwand in Fohra war in der Vorwoche Thema einer Besprechung von Projektverantwortlichen der Umfahrung Wieselburg. Bewohner, allen voran der Sprecher der Bürgerinitiative Johann Übelbacher, fordern hier den Lückenschluss eines 600 Meter langen Teilstückes. Sie befürchten, dass es nach der Freigabe der Umfahrungstrasse zu einer erheblichen Lärm- und Feinstaubbelästigung kommen wird.

Bedenken, die die Experten vom NÖ Straßendienst nicht teilen können. Mehr als 2.000 Lkw und rund 14.000 Pkw fahren jetzt täglich durch das Zentrum von Wieselburg. Die Bewohner der betroffenen Wohngebiete können aufatmen und sich über die steigende Lebensqualität freuen. Zumal auch die neuesten Berechnungen im Bereich Fohra, einen Lärmpegel von 44 dB (Grenzwert sind 45 dB) ergaben. Erst ab 46 dB sind Lärmschutzmaßnahmen erforderlich.

„Aufgrund dieser Berechnungen bedarf es keiner Lärmschutzwände im Bereich Fohra. Daher gibt es auf sachlicher Ebene keine Zusage für eine solche Maßnahme“, erklärte Abteilungsleiter Christof Dauda beim Besprechungstermin. Zudem wurde seitens der Experten aufgezeigt, dass durch die Umfahrung Wieselburg die Landesstraße durch Fohra eine wesentliche Verminderung an Kraftfahrzeugen erfahren werde, nämlich von derzeit 2.300 Fahrzeugen auf nur mehr 300 Fahrzeuge nach der Eröffnung der Umfahrung. Das würde eine Reduktion des Verkehrs durch Fohra um 86 Prozent bedeuten.

Übelbacher: "Werden einfach vertröstet"

Berechnungen hin oder her, für Johann Übelbacher, er erhielt von Petzenkirchens SP-Bürgermeisterin Lisbeth Kern und Berglands VP-Ortschef Walter Wieseneder Rückendeckung, ist das absolut kein akzeptables Ergebnis. „Wir werden einfach vertröstet, bis es nicht mehr möglich ist, hier noch irgendetwas zu erreichen. Da sollen wir alle etwas für den Klimaschutz tun, und werden einfach so abgespeist“, ärgert er sich.

Um für die Fohra-Bewohner vielleicht doch noch in letzter Minute eine zufriedenstellende Lösung zu erreichen, hat sich Übelbacher nun entschlossen, die Angelegenheit an Bürgermeisterin Lisbeth Kern abzugeben. „Ich habe mich gerne für meine Mitbürger eingesetzt, aber vielleicht ist ja auf politischer Ebene noch etwas möglich“, meint er.

Seitens des NÖ Straßendienstes wird immer wieder betont, dass die spezielle Situation der Bewohner durchaus ernstgenommen werde. Schussendlich wurde zugesagt, die Lärm- und Verkehrssituation im Bereich Fohra nach der Verkehrsfreigabe der Umfahrung Wieselburg besonders ins Visier zu nehmen. Gemeinsam mit den beiden Ortschefs Lisbeth Kern und Walter Wieseneder soll ein Konzept für die entsprechenden Lärmmessungen ausgearbeitet werden. Anhand derer soll ein Vorher-Nachher-Vergleich durchgeführt werden können. „Sofern nach der Verkehrsfreigabe der Umfahrung Wieselburg die Grenzwerte für die Lärmbelastung wider Erwarten überschritten werden, verpflichtet sich der NÖ Straßendienst zur Setzung weiterer lärmmindernder Maßnahmen“, lautet das Statement.

Die Kosten für die 600 Meter lange Lärmschutzwand in Fohra würden sich zwischen 600.000 Euro und bis zu einer Million Euro bewegen.