Stadtgemeinde will 5e-Status weiter ausbauen. Jüngster Energiebericht der Stadtgemeinde bestätigt Effizienzsteigerung. Weitere Projekte in der Pipeline.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Oktober 2019 (05:35)
Eplinger
Thomas Lichtenschopf, Bauamtsleiter und Energiebeauftragter der Stadtgemeinde Wieselburg, kümmert sich bereits seit 2002 um die Energiebuchhaltung in Wieselburg.

Wenn Thomas Lichtenschopf auf seine Energie-Ordner blickt und diese analysiert, dann weiß er, wovon er spricht. Seit 2001 macht er in der Stadtgemeinde Wieselburg die Energiebuchhaltung. „Wir haben damit schon viel früher begonnen. Da war beim Land von Energiebeauftragten noch keine Rede“, sagt Lichtenschopf, der auch das Bauamt und die Wieselburger Wirtschaftsbetriebe über hat. Seit 2013 ist die Installierung eines Energiebeauftragten für alle NÖ Gemeinden gesetzlich vorgeschrieben.

Im jüngsten Energiebericht, der die Periode von April 2018 bis Ende März 2019 umfasst, zeigt sich, dass die Stadtgemeinde weiterhin energieeffizient unterwegs ist. Denn obwohl es mehr Anlagen im Gemeindegebiet gibt (neue Beleuchtung für Busbahnhof und zwei Siedlungsstraßen, Bauzähler für den FF-Hauszubau) ist der Stromverbrauch gegenüber den letzten beiden Jahren nur geringfügig um 2,2 Prozent gestiegen. Bei Gas und der Wärmeversorgung hat es praktisch keine Änderungen gegeben.

„Wir verwenden im gesamten Gemeindegebiet bei der Straßenbeleuchtung nur mehr LED-Lampen oder Natrium-Hochdruckdampflampen. Herkömmliche Lampen kommen nicht mehr zum Einsatz. Auch in unseren gemeindeeigenen Gebäuden werden bis Ende 2020 alle Leuchtmittel auf LED umgestellt“, erläutert Thomas Lichtenschopf.

Modernste Technik für neuen Fußweg

Die neueste Technologie kommt auch beim neuen Geh- und Radweg vom Bahnhof bis zum Freizeitzentrum zum Einsatz. Die dortigen Leuchtmittel werden, wenn keine Bewegung vorhanden ist, ihre Leistung auf 20 Prozent reduzieren und erst, wenn ein Fußgänger oder Radfahrer kommt, wieder rechtzeitig in voller Stärke leuchten. „Das ist einerseits energieeffizient und andererseits für die Anrainer dort angenehmer, wenn der Weg nicht die ganze Zeit hell erleuchtet ist“, erklärt Lichtenschopf.

Doch das ist nicht das einzige Energieprojekt, das die Stadtgemeinde in der Pipeline hat. Das Marktschloss und die Musikschule sollen bis spätestens 2021 von Gasheizung auf Pellets umgestellt werden. Im kommenden Jahr erfolgt dafür die Detailplanung. „Dann haben wir von den Gemeindebauten nur mehr den Kindergarten Handel-Mazzetti-Weg, der mit fossilen Brennstoffen beheizt wird. Und auch dort ist schon ein Projekt in Ausarbeitung“, weiß Lichtenschopf. Auch ein weiteres Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsprojekt mit der Messe ist geplant (siehe Artikel unten).

Energiebilanz wird 2020 noch besser

Deutliche Verbesserungen in der Energiebilanz zeigen sich auch schon aktuell beim Freizeitzentrum und Bauhof. Bei beiden ist heuer von Gas- auf Pelletsheizung umgestellt worden. Zudem wirken sich beim Bauhof die neue Gebäudedämmung und die neue Steueranlage überaus positiv aus. „Das wird sich nächstes Jahr beim Energiebericht zeigen“, ist Lichtenschopf überzeugt.

Für SP-Bürgermeister Josef Leitner ist die Stadtgemeinde jedenfalls am richtigen Weg. „Wir haben vor wenigen Tagen unser fünftes e bekommen. Darauf sind wir stolz und wollen dieses auch behalten. Daher heißt es, weitere energieeffiziente Projekt zu verwirklichen – auch wenn diese natürlich Investitionen bedingen. Aber das sind Investitionen in unser aller Zukunft“, betont Josef Leitner.