Wirt verzweifelt gesucht

Erstellt am 28. Jänner 2014 | 23:59
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Gastronomie / Robert und Godula Kroiß haben den Pachtvertrag für den „Gass’lwirt“ gekündigt. Nach der Ballsaison gehen ganz die Lichter aus. Gemeinde sucht damit wieder neuen Wirten.
Von Christian Eplinger

STEINAKIRCHEN / Die Tage von Godula und Robert Kroiß als „Gass’lwirte“ von Steinakirchen sind gezählt. Der Pachtvertrag mit der Gemeinde ist gekündigt. Bereits jetzt hat man nur mehr gegen Vorbestellung beziehungsweise bei (Ball-)Veranstaltungen geöffnet. Anfang März, nach der Ballsaison, ist dann endgültig Schluss.

„Eigentlich haben wir schon geschlossen, die Vorreservierungen, Feiern und Veranstaltungen sowie die Sonntage im Fasching machen wir aber noch. Wir können die Gäste ja nicht einfach vor den Kopf stoßen. Der Bauernbundball am Faschingsamstag wird aber unser letzter Event in Steinakirchen sein. Dann sperren wir endgültig zu“, sagt Godula Kroiß im Gespräch mit der NÖN.

Keine konkreten Zukunftspläne

Drei Jahre lang, seit Jänner 2011, haben die Kroiß‘ den „Gass’wirt“ samt Festsaal betrieben. Insgesamt fehlte aber vor allem wochentags die Frequenz, um langfristig gut wirtschaften zu können. Was Godula und Robert Kroiß, die zuvor fünf Jahre das Scheibbser Hotel Hofmarcher geführt hatten, in Zukunft machen, steht in den Sternen. „Wir wissen es noch nicht – ganz ehrlich“, sagt Godula Kroiß.Besonders hart trifft diese Entwicklung die Marktgemeinde Steinakirchen, Eigentümer des Gasthauses samt Festsaal. Sie steht jetzt vor der Aufgabe, einen neuen Wirten zu finden. Wie schwer das ist, mussten Bürgermeister Johann Schagerl und Co. schon in den letzten Jahren mehrmals zur Kenntnis nehmen. Denn seitdem die Familie Buchinger 2008 ausgezogen ist, gab es keine langfristige Lösung mehr. Von Juni 2009 bis Jänner 2011 stand das Lokal überhaupt leer.

Nur bei Vorreservierung oder Veranstaltungen geöffnet

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Derzeit hat der Gass'lwirt nur mehr bei Vorreservierung oder Veranstaltungen geöffnet.
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1997 hat die Gemeinde das renovierte Haus neu eröffnet. Mit der Familie Buchinger hatte man damals einen perfekten Gastwirten und Pächter. Zehn Jahre lang, dann wollten die Buchingers das Haus kaufen und boten der Gemeinde 360.000 Euro. Die ÖVP hatte eigentlich schon zugestimmt, aber die Opposition wetterte dagegen, da der Verkaufswert bei 700.000 Euro lag. Die ÖVP schwenkte um. Nachverhandlungen mit der Familie Buchinger scheiterten und man ging getrennte Wege. Die Buchingers führen inzwischen erfolgreich das Bowlingcenter in Purgstall.

Ein knappes Jahr lang (von Oktober 2008 bis Juni 2009) hatte man mit der Familie Walter einen Kurzzeit-Pächter. Danach stand die Lokalität eineinhalb Jahre leer. Ballveranstaltungen fanden mit Hilfe eines Catering-Services statt. Ein Zustand, der der Gemeinde Steinakirchen auch jetzt wieder droht. Denn ein neuer Wirt ist weit und breit keiner in Sicht.