Kühles Wasser für Füße, Kopf und Körper. Eine „große, schwarze Badewanne“ ist der Kamp für die, die gerne ganz pur – und ganz kühl – in einem von Niederösterreichs naturbelassensten Flüssen baden. Und das am liebsten zwischen Langenlois und Gars.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 07. August 2019 (05:01)
Bachmann
Nicht Schweden, Kamptal! Aus 1926 stammen die rotweißen Badehäuschen in Plank am Kamp, die dem Flussbad einen ganz besonderen, ganz nostalgischen Charakter verleihen.

In Langenlois ist es ziemlich groß. In Gars ist es auch mal laut. In Schönberg ist es beschaulich, gleich nebenan, im Freibad, auch kulinarisch. Und in Plank? Da ist es nostalgisch. Und manchmal, ganz früh am Tag, ist es sogar ein bisschen einsam.

Buchecker
In Schönberg am Kamp ist das Badehaus grünweiß gestreift – radeln, paddeln, sonnen oder abkühlen lässt es sich da wie dort wunderbar.

„Das Bad in Plank ist echt ein Juwel!“, schwärmt Rene Bachmann. Vor fünf Jahren hat der gebürtige Vorarlberger hier sein erstes Festival veranstaltet, mit dem schönen Namen „Strandgut“, vor zwei Jahren hat er dann seinen Heurigen eröffnet, am Strand, besser: am Fluss. „Wenn man zu mir kommt, hat man einfach ein paar Stunden Urlaub“, meint der Strandwirt. Und wer Hunger hat, der bekommt bei ihm Salate, Burger, heuer auch Cevapcici, Bier aus Schiltern und Wein aus dem Kamptal. Nur: „Pommes gibt’s keine“, lacht Rene Bachmann.

„Wenn der Wirt im Wasser ist, müssen die Gäste warten!“ Rene Bachmann vom Strand-Heurigen „Das Bachmann“ in Plank am Kamp

Statt dessen gibt’s rundum „riesige, alte Bäume, Linden, Ahorn, Nadelbäume“, Pavillons mit spitzem Dach und rot-weißen Streifen („die hat Architekt Peter Pelikan aus Stiefern 2002 neu adaptiert“). Eine Spendenbox, für die Badegäste. Und einen Verschönerungsverein, der sich um die Instandhaltung kümmert. Und: kühles Wasser. „21 Grad“ hat er vergangenen Samstag gehabt, der Kamp, in Plank, meistens hätte er zwischen 18 und 20.

Bachmann
Zum Flussbaden in Plank passen auch die Sommersalate, Gemüseteller oder Obstgläser gut, die René Bachmann ebendort serviert.

In Langenlois, ein gutes Stück flussabwärts, ist er dagegen schon wärmer, der Kamp. „Gestern waren es 25 Grad“, erzählt Wolfgang Kühn. Der Dichter, Liederschreiber und gebürtige Langenloiser geht hier schon „seit 40 Jahren“ flussbaden.

"Manchmal hüpfen die Fische über einen drüber"

„Die Natur“ ist es, die ihn daran fasziniert, „man schwimmt mittendrin, manchmal hüpfen die Fische über einen drüber, manchmal schwimmen die Schwäne vorbei, manchmal schaut ein Graureiher zu …“ Und auf der anderen Flussseite, da sei noch „Urwald“. Und manchmal sehe man sogar einen Eisvogel. Der Kamp, meint Wolfgang Kühn, „ist wie eine große, schwarze Badewanne“.

Wobei: Baden, nämlich im Fluss, kann man in Niederösterreich auch noch anderswo. An der Donau natürlich, in der Wachau, in Ardagger, in Aggsbach-Dorf oder in Schönbühel, bei Weißenkirchen und bei Greifenstein, wo die Pielach mündet oder wo schon um 1900 die Sommerfrischler ins „Strombad“ fuhren, nach Kritzendorf.

Oder an der Ybbs, in Hollenstein, mit Liegewiese und Sautrögen. Oder an der Erlauf, im Flussbad von Purgstall. Dort hat er nur 16 bis 17 Grad, der Fluss. Dagegen ist der Kamp fast schon warm. Aber: „Wenn man einmal da war, weiß man, was das Besondere ist!“, ist Rene Bachmann überzeugt.